"Alles wird möglich": Sarkozy sagt Royal Kampf um Pariser Präsidenten-Palast an!

SP-Chef Francois Hollande sagt Machtwechsel voraus 98% Zustimmung zu Kandidatur des Innenministers

"Alles wird möglich": Sarkozy sagt Royal Kampf um Pariser Präsidenten-Palast an!

Nach seiner triumphalen Kür zum Präsidentschaftskandidaten hat der Chef der französischen bürgerlich-konservativen Mehrheitspartei UMP, Innenminister Nicolas Sarkozy, den Startschuss für sein voraussichtliches Duell mit der Kandidatin der oppositionellen Sozialisten (PS), Ségolène Royal, gegeben. Mit seinem Wahlkampfteam bezog der 51-Jährige sein Hauptquartier im zehnten Pariser Arrondissement.

UMP-Wahlkampfmanager Claude Guéant bezeichnete Spekulationen, Amtsinhaber Jacques Chirac könnte mit einer Wiederkandidatur Sarkozy ausbremsen, als "Politik-Fiktion". Sozialistenchef Francois Hollande sagte, Sarkozy sei "der Kandidat der scheidenden Macht, der scheidenden Mehrheit, der scheidenden Politik".

98% Zustimmung zu Kandidatur
Nach einer Mitglieder-Onlineabstimmung ohne Gegenbewerber war Sarkozy mit 98,1 Prozent der Stimmen - bei einer Beteiligung von knapp siebzig Prozent - zum offiziellen UMP-Kandidaten nominiert worden. Nun bezog er sein Wahlkampf-Hauptquartier im ehemaligen Atelier des Modeschöpfers Paco Rabanne in der Rue d'Enghien. Zudem wurde die Kandidaten-Website www.sarkozy.fr eröffnet. Darauf prangt neben einem auf Millisekunden genauen Countdown bis zur zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am 6. Mai der Kampagnenslogan "Alles wird möglich mit Nicolas Sarkozy".

In der französischen Presse wurde der Parteitag mit laut UMP 80.000 bis 100.000 Teilnehmern breit kommentiert. Die Wirtschaftszeitung "Les Echos" sprach von einem "quasi-sowjetischen Ergebnis" für Sarkozy. "Le Courrier Picard" notierte zu der "Sarko-Show", der Minister sei "wie ein römischer Kaiser bejubelt worden". Die den Kommunisten nahe stehende Zeitung "L'Humanité" kritisierte, dass es keinen Gegenkandidaten gegeben hatte. Die einzige Überraschung sei gewesen, dass sich rund ein Drittel der Parteimitglieder nicht an der Urwahl beteiligte.

Zeitung: Bekannt, aber nicht beliebt
Für "La Tribune" schaffte Sarkozy das Kunststück, zugleich "die am meisten mediatisierte Persönlichkeit der politischen Welt und die am wenigsten beliebte zu sein". Dies sei sei "ein schweres Handicap". Für den konservativen "Figaro" hat die Präsidentschaftskampagne "wirklich begonnen", zumal sich nun mit Sarkozy auf der rechten und Royal auf der linken Seite die beiden aussichtsreichsten Kandidaten gegenüber stünden.

Sarkozys Wahlkampfchef Guéant sagte zur noch offenen Frage einer nochmaligen Kandidatur Chiracs, er erwarte die Entscheidung des Präsidenten Ende Februar. Zum Widerstand von Premierminister Dominique de Villepin gegen Sarkozy sagte Guéant, er zweifle "keinen Augenblick" daran, dass der Regierungschef den Innenminister unterstützen werde, "sobald sich der Präsident der Republik geäußert haben und die Perspektive einer neuen Kandidatur aufgegeben haben wird".
(apa/red)