Allergien gegen Metall-Zahnimplantate:
Unverträglichkeitsstudien noch ausständig

Ekzeme können durch Metallzahn ausgelöst werden "Oral Medizin" wird als eigenständiges Fach gefordert

 Allergien gegen Metall-Zahnimplantate:
Unverträglichkeitsstudien noch ausständig

Implantate werden in der Zahnmedizin immer beliebter. Doch die bei dieser Form des Zahnersatzes verwendeten Metalle oder Komponenten von Knochenzement können auch allergische Reaktionen auslösen. Das berichtete Peter Thomas von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München am Samstag bei einer Weiterbildungsveranstaltung zu Oraler Medizin in Salzburg.

Die Metall- oder Knochenzementallergie äußere sich durch Ekzeme, Wundheilungsstörungen, Schwellungen, Ergüsse oder Lockerungen, sagte der Mediziner. Es fehlten bisher aber noch Überblicksuntersuchungen. Auch seien jene Immunmechanismen, die bei den meisten Patienten zur guten Verträglichkeit von Implantaten beitragen, noch nicht aufgeklärt. In München untersucht die Arbeitsgruppe AllergoMat Charakteristika der Metallimplantantallergie. Über ein nationales Implantatallergieregister sollen jene Konstellationen herausgefiltert werden, die zu Unverträglichkeiten beitragen können, erklärte Thomas.

Studienfach: Orale Medizin
Während in den USA, England, Schweden, Portugal oder Spanien die orale Medizin mittlerweile ein etabliertes Fach sei, habe sie im deutschsprachigen Raum noch wenig Bedeutung, berichtete Peter A. Reichart, Präsident der Europaen Association for Oral Medicine. Dieser Teilbereich werde aber gerade angesichts der demographischen Entwicklung immer wichtiger und sei ein bedeutendes Bindeglied zwischen Zahn- und allgemeiner Medizin. Der klassische Zahnarzt müsse sich zunehmend mit Erkrankungen von älteren Menschen auskennen, um auch die entsprechenden Therapien und Medikamente einschätzen zu können, meinte Reichart. Auch bei chronisch kranken Personen, Rauchern oder Krebspatienten sie die orale Medizin gefordert.

Genauere Patientengespräche
Patienten sollten ihrem Zahnarzt mitteilen, welche Arzneien sie einnehmen. "Bei Patienten unter gerinnungshemmenden Medikamenten ist bei einer Zahnextraktion anders vorzugehen als bei gesunden Menschen", erläuterte Johann Beck-Mannagetta von der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Bei Krebspatienten können sich die Nebenwirkungen von Radio- und Chemotherapie stark auf die Mundregion auswirken.
(APA)