Pollenwarndienst:
Milde Saison erwartet

"Gute Nachrichten für Pollenallergiker - 2021 keine extremen Belastungen"

Als wäre das Coronavirus nicht Belastung genug für Österreich. Musste sich die Bevölkerung im vergangenem Jahr auch noch mit einer sehr intensiven Pollensaison herumschlagen. Doch für 2021 gibt es gute Nachrichten!

von Allergie - Pollenwarndienst:
Milde Saison erwartet © Bild: istock images

"2021 heißt es Aufatmen für Allergiker" sagt Uwe Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien, im Gespräch mit news.at. Der relativ lange und kühle Winter habe für einen späten Beginn des Pollenflugs gesorgt. Speziell Allergiker die auf die auf Frühblüher Erle und Hasel reagieren, dürfen mit unterdurchschnittlichen Belastungen rechnen.

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Speziell der Übergang vom Winter zum Frühling war nicht so extrem wie 2020. "In diesem Jahr ist es viel langsamer warm geworden, dadurch hat sich auch der Beginn des Pollenflugs verzögert", erklärt Uwe Berger.

Hauptbelastung Birke: Ende März

Esche und Birke werden sich erst Mitte März ausbilden. "Die Birke wird ihren Höhepunkt Ende März erreichen", prognostiziert der Experte. Die Gräser kommen dann ab der letzten Aprilwoche dazu. Doch auch hier gibt er Grund zur Hoffnung: Sollte das Wetter bis dahin trocken bleiben, dann werde auch diese Belastung gering ausfallen.

© istock images An der Anzahl der Kätzchen sieht man, wie stark die Blüte ausfallen wird. Weniger Kätzchen bedeuten auch weniger Pollen.

Pollenflug: Was ist der Zweijahreszyklus?

Nach einer intensiven Saison 2020 sei damit zu rechnen, dass die Pflanzen heuer generell weniger stark blühen werden. Laut biologischen Muster folgt auf eine stärkere Saison meist eine Schwache. "Ein Jahr investiert die Pflanze mehr Kraft in die Blüte, danach wieder mehr in das Wachstum", erklärt der Experte für Aerobiologie. Die Prognose stützt sich zudem auf die Zähldaten der europäischen Pollendatenbank (EAN), die es bereits seit 33 Jahren gibt.

Warum war die Saison 2020 so schlimm?

Warum wir in der vergangene Saison mit erhöhten Pollenflug und hohen Belastungen zu kämpfen hatten, lag an dem extrem Übergang der Jahreszeiten. "Die warmen Temperaturen kamen schlagartig. Die Pflanzen bekommen dann quasi 'Stress' und fangen sofort an zu blühen", erklärt Berger. Die Natur versuche dem Klimawandel durch die vermehrte Pollenproduktion entgegenzuwirken. Mit anderen Worten: Sie versucht den Pflanzenbestand zu sichern.

Luftschadstoffe und Pollenflug

Zudem gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität und allergischen Beschwerden. „Je höher der Ozonwert in der Luft desto höher die Symptombelastung durch den Pollenflug“ erklärt Uwe Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien. Besonders die rund fünf Prozent der Bevölkerung, die an Asthma leiden - Kinder sind doppelt so oft betroffen - sind von dieser Kombination betroffen.

Doch auch in diesem Kontext gibt es Positives zu berichten: Durch den Lockdown habe sich die Luftqualität merkbar verbessert. So wurden laut Berger geringere Konzentrationen von Co2, Ozon und Feinstaub in der Luft gemessen.

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Pollenallergie oder Coronavirus?

Viele Allergiker sind unsicher: Deuten ihre Symptome auf Heuschnupfen hin oder auf eine Covid-19-Erkrankung? "Im Vorjahr haben wir irrsinnig viele Anfragen erhalten. Jetzt ist es deutlich ruhiger geworden", sagt Berger.

Die Symptome im Überblick

Wichtig sei, dass jene (noch unwissenden) Betroffene nicht fälschlicherweise die allgemeinen Notfall-Ambulanzen stürmen..

© pollenwarndiest.at

Tipp: Zuerst in Ruhe die Symptome checken. Denn eine Allergie unterscheidet sich deutlich vom Coronavirus. Ein Fieberschub kommt bei der Allergie nicht vor. Die Allergie beginne immer mit juckender Nase und juckenden Augen. Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Atembeschwerden (bei unbehandelten Heuschnupfen) kommen hinzu und diese wiederum könnten mit dem Virus verwechselt werden

Allergie: Wer ist betroffen?

Insgesamt leiden 30 Prozent der Österreicher an einer Pollenallergie. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, denn nicht jeder lässt sich testen oder behandeln. Die Mehrheit leide an einer Gräser- oder Birkenallergie. Aber auch Ragweed ist auf dem Vormarsch. Das aus den USA eingeschleppte Traubenkraut löst sehr starke allergische Reaktionen bis hin zu Asthma aus.

Wohin Sie nicht gehen sollten

Es gibt Orte, die von der Pollenverteilung und - Konzentration sehr stark belastet sind. Hier eine Übersicht:

  • Erle: Meiden Sie Flüsse, Seen und Wasserläufe
  • Hasel: Meiden Sie Waldränder
  • Gräser: Meiden Sie Wiesen. Suchen Sie den Laubwald
  • Birke: Es gibt kaum ein Entkommen - außer in höheren Regionen

Pollenbelastung gering halten - So geht es:

Mit einfachen Tricks im Alltag, schaffen Sie es den Pollenflug von sich möglichst gut fernzuhalten:

  • Auf öffentliche Verkehrmittel verzichten Stattdessen: Individualfahrzeug mit gutem Luftfilter benutzen
  • Kein Sport im Freien
  • Kleidungsstücke im Eingangsbereich ablegen
  • Haare täglich spülenKlares Wasser reicht, es muss nicht mit Shampoo sein
  • Große Sonnenbrille und Hut/Kappe tragen
  • Kochsalzspülungen für die Nase
  • Öle für die NaseSchutzfilm über gerötete Schleimhaut. Erhältlich in der Apotheke
  • MNS oder FFP2-Maske tragen
  • Luftreiniger aufstellenLuftfiltergeräte nahmhafter Hersteller am besten ins Schlafzimmer stellen

Wichtig: Die Spezialisten des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien raten Betroffene, die Möglichkeit zur Personalisierung der Vorhersagen zu nutzen und ein persönliches Pollentagebuch zu führen. Hilfreich sei auch und die übersichtliche "Pollenapp"am Mobiltelefon.

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