Aller guten Dinge sind sieben: US-Superstar
Phelps holt in Melbourne siebentes WM-Gold

21-Jähriger pulverisiert über 400m Lagen Weltrekord US-Staffel disqualifiziert: Traum vom 8. Gold geplatzt

Aller guten Dinge sind sieben: US-Superstar
Phelps holt in Melbourne siebentes WM-Gold

Michael Phelps hat mit seinem fünften Weltrekord seine siebente Goldmedaille gewonnen und damit für eine neue WM-Bestmarke gesorgt. Dennoch war der Schlusstag der Schwimm-WM in Melbourne für den US-Superstar nicht perfekt. Der 21-Jährige wurde um seine Chance auf acht WM-Titel gebracht, weil die 4 x 100 m Lagen-Staffel der USA im Vorlauf auf Grund eines Wechselfehlers disqualifiziert worden war.

Wie zum Trotz pulverisierte Phelps daraufhin am Nachmittag in 4:06,22 Minuten seinen eigenen Weltrekord über 400 m Lagen. Seine alte Bestmarke vom Olympia-Finale 2004 in Athen hatte 4:08,26 gelautet. Phelps löschte mit seinem siebenten Titel ausgerechnet den Rekord des unter Dopingverdacht stehenden Australiers Ian Thorpe aus, der 2001 in Fukuoka sechs Goldmedaillen bei einer WM geholt hatte.

Phelps hatte die Rod Laver Arena die gesamte Woche in Atem gehalten, hatte neben jenem in der 4 x 200 m Kraul-Staffel auch Weltrekorde über 200 m Kraul, Delfin und Lagen aufgestellt. Bei Olympia 2008 in Peking will Phelps den Rekord seines Landsmannes Mark Spitz mit sieben Goldmedaillen angreifen. "Ich habe noch viel Arbeit vor mir. Dort wird es noch härter", meinte der Allrounder. Silber holte sich Rücken-Weltmeister Ryan Lochte,

Der Traum von acht WM-Goldmedaillen hatte sich für Phelps bereits am Vormittag in Luft aufgelöst. Allerdings ohne das geringste Verschulden des Superstars selbst. Ausgerechnet Ian Crocker, den Phelps am Vortag über 100 m Delfin erst im Anschlag bezwungen hatte, sprang im Staffel-Vorlauf zu früh ins Wasser. Das US-Team wurde folgerichtig disqualifiziert. Phelps war für das Finale geschont worden, in dem Australien vor Japan siegte.

Über 1.500 Meter wurde ausgerechnet in dessen Heimat die Regentschaft von Grant Hackett beendet. Der 26-Jährige verlor in seiner Spezialdisziplin erstmals seit 1996 ein Rennen, belegte nur Platz sieben. Der Australier war schon über 800 m leer ausgegangen und hatte über 400 m nur Bronze gewonnen. Vor zwei Jahren in Montreal hatte Hackett noch in allen drei Bewerben triumphiert.

"Jeder Athlet macht irgendwann in seiner Karriere eine schwere Zeit durch", erklärte Hackett, der in der Vorbereitung von einer Schulteroperation zurückgeworfen wurde. Gold holte sich überraschend der Pole Mateusz Sawrymowicz. Mehr zu feiern hatten die Gastgeber über 50 m Kraul der Damen, wo sich die Australierin Lisbeth Lenton ihre fünfte Goldmedaille holte und damit zur erfolgreichsten Athletin ihrer Heim-WM avancierte.

Als Schwimmerin mit den außergewöhnlichsten Leistungen wurde die Französin Laure Manaudou mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Für den abschließenden Weltrekord der hochklassigen WM sorgte aber eine 17-Jährige: Die US-Amerikanerin Katie Hoff siegte über 400 m Lagen in 4:32,89 Minuten souverän und verbesserte damit die Bestmarke der Ukrainerin Jana Klotschkowa (4:33,59) von Olympia 2000 in Sydney. Der Teenager hatte schon vor zwei Jahren in Montreal das Lagen-Double geholt.

Die USA drückten der 12. WM des Weltverbandes FINA überhaupt ihren Stempel auf, gewannen genau die Hälfte aller Schwimm-Goldmedaillen - 20 von 40. Dazu gingen 12 der insgesamt 14 neuen Weltrekorde auf das Konto des überragenden US-Teams, das Russland (11 Gold), Australien und China (je 9) in der Medaillenwertung mit insgesamt 21 Titeln deutlich auf die Plätze verwies. Österreich belegte mit einer Bronzemedaille durch Markus Rogan Rang 24.

(apa/red)