Alisa Olmert wählte Ehemann nur zögernd: Frau des Regierungschefs ist linksorientiert

Stimmte zum ersten Mal für die Partei ihres Mannes Auch Kinder des Paares keine Anhänger des Vaters

Alisa Olmert, Ehefrau des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert (60), hat der Kadima-Partei ihres Mannes bei der Parlamentswahl nur mit "einem gewissen Zögern" ihre Stimme gegeben. Die israelische Zeitung "Yedioth Ahronoth" veröffentlichte Äußerungen der für ihre linksorientierten Anschauungen bekannten Künstlerin und Sozialarbeiterin. Die 1946 in einem Lager für Holocaust-Überlebende im deutschen Eschwege (Hessen) geborene Frau, deren Eltern 1949 mit ihr nach Israel kamen, habe erstmals in ihrem Leben für die Partei ihres Mannes gestimmt.

Ihre Rolle als Ehefrau des Ministerpräsidenten übernimmt sie allerdings ohne Begeisterung. "Ich will, dass er bekommt, was er immer wollte", sagte sie. "Aber wenn es von mir abhinge, würde ich darauf verzichten. Mit Spaß hat das überhaupt nichts zu tun."

Die Zeit Olmerts als Bürgermeister von Jerusalem nach 1993 bezeichnete sie offen als "unsere schlechteste Zeit als Paar". Besonders schwer sei es gewesen, "seine nationalistischen Reden zu hören". Damals habe das ehemalige Likud-Mitglied ganz Jerusalem als ewige unteilbare Hauptstadt Israels beansprucht. "Diesen Dingen konnte ich einfach nicht zustimmen", sagte die Frau mit dem kurzen grauen Haar.

Auch die vier erwachsenen Kinder des Paars, das seit vier Jahrzehnten verheiratet ist, gelten als linksorientiert. Israelische Medien berichten schon seit Jahren über die regen politischen Streitgespräche am Esstisch der Familie. "Ehud ist ein sehr toleranter Mann", erklärte Alisa Olmert dazu. "Sonst hätte er auch nicht mit mir zusammenleben können." (apa)