Alfred Gusenbauer von

Neuer Job in Serbien

Ex-Bundeskanzler wird Berater der serbischen Regierung in Sachen EU-Annäherung

Alfred Gusenbauer © Bild: APA/EPA/J. Warnand

Der frühere SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wird die serbische Regierung künftig auf ihrem Weg der EU-Annäherung beraten. "Ich werde mich darauf konzentrieren, den Beitrittsprozess zu begleiten und gegenüber Belgrad zu kommunizieren, wie die Stimmungslage in den EU-Hauptstädten ist", so Gusenbauer. Die Beitrittserhandlungen mit Serbien sollen laut EU-Beschluss "spätestens 2014" beginnen.

Gusenbauer sieht Serbien als "Opfer der Erweiterungsmüdigkeit". Die EU sei durch die Wirtschafts- und Finanzkrise "nur mit sich selbst beschäftigt". Serbien brauche einen "würdevollen Umgang. Es muss die EU-Kriterien erfüllen, aber es geht nicht, dass man Serbien immer nur die Beitrittskarotte vor die Nase hält und sie immer wieder zurückzieht", erklärte der Ex-Kanzler (2007/2008) gegenüber der Tageszeitung "Kurier". Serbien brauche einen Wachstumsmotor und eine langfristige Wachstumsperspektive sowie Arbeitsplätze für junge Menschen.

Gusenbauer nahm im Gespräch mit dem "Kurier" auch zu seiner Beratertätigkeit für den autokratischen, kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew Stellung. Kasachstan sei "nicht jener Rechtsstaat und nicht jene Demokratie, die wir uns vorstellen (...) es gibt aber Fortschritte". Es gehe ihm "ganz klar darum, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und Spannungsherde abzubauen".

Verwicklung in Causa Aliyev

Auf die Frage, ob die Staatsanwaltschaft Wien die Ermittlungen gegen ihn eingestellt habe - er soll vertrauliche Dokumente im Fall Aliyev an das kasachische Regime weitergegeben haben - antwortete Gusenbauer: "Die Staatsanwaltschaft hat sich bei mir noch nicht gemeldet. Es liegen keine Beweise vor, weil es keine gibt."

In der Causa Aliyev geht es um den Mord an zwei kasachischen Managern der Nurbank, die auf Geheiß von Rakhat Aliyev (nunmehr Shoraz) getötet worden sein sollen. Shoraz, früherer kasachischer Botschafter in Wien, bestreitet dies. Shoraz war einst Schwiegersohn von Präsident Nasarbajew, bei dem er wegen eigener politischer Ambitionen aber in Ungnade gefallen sein soll. Die Affäre um den ehemaligen Diplomaten war 2009 Beweisthema im parlamentarischen "Spitzel"-Ausschuss. Dabei wurden dem Untersuchungsausschuss tausende Seiten sensibler Unterlagen von Justiz, Sicherheitsbehörden und Ministerien übermittelt. Eben diese könnten laut "profil" dem kasachischen Geheimdienst KNB übermittelt worden sein.

Kommentare

brauser49

Verarmter Gusi muss jeden Job annehmen der sich ihm bietet weil seine Ex-Genossen nichts besseres fuer ihn aufgetrieben haben - warum wohl?

Ignaz-Kutschnberger

GUSI... mein HELD !!!

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