Wenn wir keine Helden hätten

Gemeinnützige Organisationen müssten ihre 2 Mio. Freiwilligen zum Streik auffordern

von Gastkommentar - Wenn wir keine Helden hätten © Bild: APA/Georg Hochmuth

Die Folgen von Wirtschaftskrise und Korruption werden die SteuerzahlerInnen viele Milliarden Euro kosten. Viele Menschen werden das nicht verkraften, die Not in Österreich wird größer werden. Österreichs gemeinnützige Organisationen und Vereine stehen mit dem Rücken zur Wand, da sie trotz Selbstausbeutung die zusätzlichen Herausforderungen nicht bewältigen können. Statt sie – die Helfer – zu unterstützen, werden weitere Milliarden in die Rettung der Banken gepumpt. Im Grunde müssten Österreichs gemeinnützige Organisationen ihre zwei Millionen Freiwilligen sofort zum Streik auffordern. Ein Streik nicht für höhere Löhne, sondern für ein Paket zur umfassenden Stärkung des gemeinnützigen Sektors.

Diesen Streik wird es aber nicht geben. Den Nachbarn in Not auf den Philippinen muss jetzt geholfen werden, Obdachlose dürfen nicht erfrieren, bei Hochwasser müssen Ortschaften geschützt werden, ältere oder kranke Menschen können nicht ohne Pflege ihrem Schicksal überlassen werden, der Schutz der Arktis und des Weltklimas darf nicht verzögert werden. Die großen und kleinen HeldInnen - oft unbezahlt und nicht immer dafür bedankt - werden immer weitermachen.

Die Regierung weiß natürlich, dass ein Streik als Kampfmittel zur Durchsetzung von Interessen zwar der Lehrergewerkschaft offen steht, nicht aber gemeinnützigen Organisationen, die in Geiselhaft ihrer Verantwortung für andere sind. Woran sie aber denken sollte: Zwei Millionen Menschen und die noch größere Zahl derer, die von ihnen unterstützt werden, sind auch sehr aufmerksame WählerInnen.

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