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Alessandro Schöpf:
Marcel Kollers neue Waffe

Der Schalke-Legionär steht gegen Albanien und die Türkei erstmals im ÖFB-Aufgebot

Alessandro Schöpf © Bild: GEPA pictures/ Martin Hoermandinger

Marcel Koller ist kein Trainer, der gerne rotiert. Wenn also ein neuer Spieler den Sprung in den ÖFB-Teamkader schafft, hat das etwas zu bedeuten. Der Tiroler Alessandro Schöpf ist einer, der es mit seiner kontinuierlichen Entwicklung geschafft hat, den Teamchef von sich zu überzeugen. Der Lohn: Die Einberufung ins Aufgebot für die Testspiele gegen Albanien und die Türkei.

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Bereits mit 15 Jahren zog es den Ötztaler in die große Fußballwelt, auch wenn er in Kilometern gerechnet gar nicht so weit reisen musste: Nach acht Jahren beim heimischen SV Längenfeld und weiteren zwei in der Tiroler Landes-Nachwuchsakademie wechselte Schöpf im Sommer 2009 in die Nachwuchsabteilung der Bayern.

Alessandro Schöpf
© GEPA pictures/ Citypress24/ Rehbein

In München durchlief der offensive Mittelfeldspieler nacheinander alle Jugendmannschaften, bevor er im Juli 2012 in die zweite Mannschaft aufrückte. Dort stand er in zwei Saisonen in der Regionalliga Bayern 63-mal auf dem Platz und erzielte dabei 22 Treffer – genug, um eineinhalb Jahre später im Alter von 19 Jahren und zehn Monaten seinen ersten Profivertrag zu erhalten.

Durchbruch in Nürnberg

Nach einem halben Jahr ohne Einsatz bei den Bayern wechselte Schöpf aber bereits im Sommer 2014 in die zweite deutsche Liga nach Nürnberg, wo er sich schnell zum Stammspieler entwickelte und in 55 Spielen elf Tore selbst erzielte und weitere 13 auflegte. Im vergangenen Winter eiste schließlich Schalke 04 den damals gerade noch 21-Jährigen um kolportierte fünf Millionen Euro in Nürnberg los und holte ihn nach Gelsenkirchen, wo er auch von Beginn an einschlug.

Alessandro Schöpf ist da!

Wir freuen uns auf unseren zweiten Winterneuzugang Alessandro Schöpf! #SCHALKE TV hat direkt nach der Ankunft im Teamhotel mit ihm gesprochen.

Posted by FC Schalke 04 on Friday, January 8, 2016

Nach mittlerweile sieben Bundesligaspielen für die Knappen stehen zwei Tore und zwei Assists zu Buche, wobei Schöpf vor allem beim 3:2-Sieg über den HSV vor zwei Wochen für Aufmerksamkeit sorgte. Ein Treffer, eine Vorlage, von den Fans mit Extraapplaus bedacht und von der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zum Mann des Spiels gekürt – die Zaunpfähle in Richtung Marcel Koller wurden immer unübersehbarer.

Vielfältig einsetzbar

So kommt die Einberufung schließlich nicht überraschend, wobei der Schweizer als Begründung vor allem auch die Vielfältigkeit seines jüngsten Spielers hervorhob. Denn auch wenn Schöpf sich nach eigener Aussage zwischen den Linien hinter den Spitzen am wohlsten fühlt, ist er auch auf beiden Flügeln, im Mittelfeld-Zentrum und sogar als Staubsauger vor der Abwehr einsetzbar. „Schöpf ist technisch gut, hat ein gutes Auge und viel Spielintelligenz“, freute sich Koller dann auch, den Aufsteiger persönlich kennenzulernen.

Und jetzt...unser Kader für die Spiele gegen Albanien und die Türkei!

Posted by Das Nationalteam on Tuesday, March 15, 2016

Gänzlich neu ist das Teamtrikot für Schöpf freilich nicht: Bereits im September 2009 debütierte er in der U16-Nationalmannschaft, für die U19 und die U21 erzielte er in 29 Spielen zehn Tore. Eine Bilanz, die er gerne auch bei den Großen fortschreiben darf.

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