Alessandro Bertolini gewann Sturz-Etappe:
Pfannberger beim Giro weiterhin ohne Glück

Italiener Allessandro Bertolini siegt vor Pablo Lastras Gesamtführender Visconti verursacht Massen-Sturz

Alessandro Bertolini gewann Sturz-Etappe:
Pfannberger beim Giro weiterhin ohne Glück © Bild: REUTERS/Garofalo

Die regennassen Straßen in der Emilia Romagna hatten die 11. Etappe des Giro d'Italia zu einer Lotterie gemacht. Zu den Pechvögeln zählte auch der Österreicher Christian Pfannberger, der wie viele seine Kollegen auf dem 199 Kilometer langen Teilstück von Urbania nach Cesena zu Sturz gekommen war. Den Etappensieg holte sich der Italiener Alessandro Bertolini aus einer Ausreißergruppe. Im Gesamtklassement führ weiterhin sein Landsmann Giovanni Visconti, der den Sturz mit Pfannberger ausgelöst hatte.

Der Zwischenfall hatte sich 28 Kilometer vor dem Ziel in einer Abfahrt ereignet, als Visconti auf dem seifigen Untergrund unmittelbar vor Pfannberger auf einem geraden Stück ausgerutscht war. Dahinter flug unter anderem auch Mitfavorit Levi Leipheimer. "Schön langsam geht mir das ziemlich auf die Nerven", erklärte Pfannberger, der in seinem ersten Giro bereits dreimal gestürzt ist. "Es ist schlimm, dass es viele einfach nicht kapieren. Ich war chancenlos und bin wieder ohne Schuld im Graben gelandet."

Während Weltmeister Paolo Bettini seinen Quick Step-Teamkollegen Visconti wieder ans Hauptfeld heranführte, das 3:56 Minuten hinter Bertolini ins Ziel kam, verlor Pfannberger als 91. 18:31 Minuten. Im Gesamtklassement spielt der Steirer als 69. keine Rolle mehr, hofft stattdessen auf den schweren Bergetappen ab Samstag auf einen Etappenerfolg. "Ich fühle mich sehr gut, sonst hätte ich heute schon die Segel gestrichen", sagte Pfannberger.

Pfannberger kämpft sich trotz Verletzungen durch
Dem 28-Jährige machen nach seinen Stürzen vor allem offene Wunden an beiden Oberschenkel zu schaffen. Dadurch sind Massagen nur eingeschränkt möglich. Außerdem laboriert Pfannberger an einer leichten Schulterprellung. "Ich bin froh, dass nichts gebrochen ist." Der Steirer will sich im Gegensatz zu seinem Barloworld-Kapitän Juan Maurizio Soler durchkämpfen, der mit einer Handgelenksverletzung auf der 11. Etappe aufgegeben hatte. Dadurch könnten sich für Pfannberger in den Bergen neue Chancen ergeben.

Das erste hügelige Teilstück im ehemaligen Trainingsgebiet der italienischen Radsport-Legende Marco Pantani hatte ab Kilometer 42 eine Ausreißergruppe bestimmt. Den Etappensieg holte sich Pantanis ehemaliger Teamkollege Bertolini fünf Sekunden vor dem Spanier Pablo Lastras und 16 vor seinem Landsmann Fortunato Baliani, der 750 Meter vor dem Ziel gestürzt war. "Ich habe meinen Traum verwirklicht", sagte der 36-jährige Bertolini, der nach einem Sturz im Ziel selbst über Ellbogenschmerzen klagte.

Neuer Dopingfall?
Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg kamen allesamt mit dem Hauptfeld ins Ziel. Aufregung gab es um den Ausstieg von Andrea Moletta. Sein Team Gerolsteiner hatte den 29-jährigen Italiener aus dem Rennen genommen, nachdem sein Vater am Vortag auf dem Weg zum Giro in seinem Auto von der Guardia Finanza angehalten und befragt worden war. Diese Behörde ist in Italien unter anderem für die Bekämpfung von Doping zuständig. "Andrea wird bis zur Klärung der Umstände keine Rennen bestreiten", erklärte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.
(apa/red)