Albert & Charlene von

Monaco im Hochzeitsfieber

Der Zwergstaat bereitet sich bereits auf den großen Tag im Fürstentum vor.

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    Am 1. und 2. Juli heiratet das royale Paar

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    Der Fürstenpalast und gleichzeitig Schauplatz der Hochzeit.

Der Zwergstaat mit der liechtensteinischen Millionärsdichte ist kein Ort für Frühaktive. Ein Lokalbesitzer, von dem man nicht weiß, ob er noch oder schon geöffnet hat, gähnt in die kräftige Morgensonne. Ein paar Gärtner tun ihre Pflicht. Ansonsten liegt Stille über dem Vorplatz des Fürstenpalastes von Monaco.

Es ist sechs Uhr. Eine Lichterscheinung von der synthetischen Makellosigkeit eines Fitness-Videos quert die Szene, winkt und verschwindet. Die nicht mehr aktive südafrikanische Leistungsschwimmerin Charlene Lynette Wittstock, 33, bereitet sich wie an jedem Morgen joggend auf die anstehenden harten Zeiten vor. In drei Wochen ist Hochzeit mit Landesvater Albert, 53. Vielleicht hat ja die erprobte Athletin dem Schicksal, an dem die Schauspielerin Grace Kelly und ihre beiden Töchter relativ umweglos zugrunde gegangen sind, etwas entgegenzusetzen.

Philippe Narmino ist ein wichtiger Mann. Als Chef der monegassischen Justiz (und ehrenamtlicher Präsident des mehr für seine exklusiven Tanzvergnügen bekannten Roten Kreuzes) ist er auch Standesbeamter für besondere Fälle. Prinzessin Caroline hat er mit Stefano Casiraghi und Ernst August von Hannover verbunden, rückblickend keine übermäßig gelungenen Unternehmungen. Er wird auch am 1. Juli des Amtes walten: „Es ist das Ereignis meines Lebens, die wichtigste Hochzeit des Fürstentums seit 55 Jahren zu vollziehen.“

Ein Staat heiratet
Was die Trauung für den Zwergstaat bedeutet, bringt Joëlle Deviras, Adelsexpertin der Tageszeitung „Nice Matin“, auf den Punkt: „Die Hochzeit ist das mit Abstand längstersehnte Ereignis in Monaco seit der Thronbesteigung von Fürst Rainier. Das Volk wünscht sich einen Thronfolger, um den Fortbestand des Fürstentums zu sichern.“ Zwar hat der weitblickende Landesvater schon vorehelich einschlägige Vorsorge getroffen, doch das gilt nicht unter Fürstlichkeiten. Drei Wochen vor dem staatserhaltenden Akt dreht die Maschinerie schon durch: Zwei Tage und drei Nächte will das Fürstenpaar mit seinem Volk feiern, ehe in Südafrika, der Heimat der Braut, die Flitterwochen anbrechen.

Den Beginn machen die „Eagles“ am 30. Juni mit einem Gratiskonzert im Stadion Louis II. Am 1. Juli findet die standesamtliche Trauung im Thronsaal des Fürstenpalastes statt. 6.000 Monegassen dürfen dem Ereignis auf dem Platz des Palastes über Videowände folgen. Nach Jawort um 17 Uhr und Kuss auf dem Balkon des Grimaldi-Palastes feiert man mit der vorsortierten Bevölkerung erst vor dem Palais und dann am Hafen. Ein Feuerwerk und ein Auftritt des Musikers Jean-Michel Jarre beschließen den Abend. Am 2. Juli nimmt Erzbischof Bernard Barsi die kirchliche Trauung im festlich dekorierten Hof des Palastes vor. In der Kirche der monegassischen Schutzheiligen Sainte Dévote legt die anlasskonform zum Katholizismus konvertierte Charlene den Brautstrauß nieder.

Fürstlich verköstigt
Im Edelrestaurant „Louis XV“ im Hôtel de Paris komponiert Sternekoch Alain Ducasse das Hochzeitsmenü am 2. Juli. Restaurantchef Pascal Bardet empfängt NEWS in erhöhter Stimmung: „Es ist uns eine unglaubliche Ehre, das Diner für die Hochzeit des Fürsten auszurichten. Wir kochen mit Gemüse aus dem fürstlichen Garten, es gibt Fisch aus dem Mittelmeer. Das Menü wird mediterran, das Dessert ist natürlich noch eine Überraschung.“ 60 Chefs, insgesamt 350 Küchen- und Servierkräfte, schinden sich mit dem Hochzeitsdiner für 450 Gäste um 21 Uhr auf der Terrasse des casinoeigenen Salle Garnier.

Danach ehren Staatsgäste aller Gekröntheitsstufen, Familie und Freunde das Brautpaar beim Ball im Saal der Oper im Casino. Konsumiert man hier Champagner von Perrier-Jouët, so erwartet Hochzeitsgäste und mitfeiernde Untertanen vor dem Palais und am Hafen ein zum Anlass kreiertes rosarotes Bier aus der „Brasserie de Monaco“. Die Farbe erzielt Braumeister François Pichon mittels Preiselbeeren. „Die Farbe steht für die Liebe und für die monegassische Flagge“, erzählt er, während er den Beerensirup für die 2.000 Liter Bier anrührt. Einen Monat lang habe er an der Rezeptur gewerkt. „Wie schön, dass das fürstliche Paar Bier schätzt!“

Fürstenschule
Etwa so lang hat auch Charlene an ihrem Französisch gefeilt. Am renommierten „Institut de Français“ in Villefranche hat die künftige Fürstin Intensiv-Sprachunterricht genommen. Vor ihr verbesserten Königin Sonja von Norwegen und Oscarpreisträgerin Kathy Bates ihr Französisch an der Schule mit Meerblick. Lehrer Patrice Eustache: „Charlene war eine sehr gelehrige Schülerin. Sie kam, ohne ein Wort Französisch zu sprechen, und ging mit einem soliden Grundwissen. Sie und ihre Assistentin reisten selbst mit dem Auto an. Charlene wollte keine Spezialbehandlung.“

Die ganze Reportage lesen Sie im neuen NEWS 24/11!