"Akzeptieren keine Führung mit 2 Köpfen": Mofaz schließt Verhandlungen mit Abbas aus

Israel reagiert gelassen auf Russland-Besuch von Grenzen zu Palästina notfalls auch einseitig ziehen

Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat derzeit sämtliche Verhandlungen mit den Palästinensern, auch mit ihrem Präsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) ausgeschlossen. "Sie versuchen jetzt, eine Führung mit zwei Köpfen herauszubilden: Hamas auf der einen, Abbas auf der anderen Seite. Das können wir nicht akzeptieren", sagte Mofaz in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sollte sich auf der palästinensischen Seite kein Partner finden, werde Israel gezwungen sein, sein "Schicksal in die eigene Hand zu nehmen" und die Grenzen des Staates Israel einseitig zu ziehen.

Außenministerin Tzipi Livni hatte bereits zuvor erklärt, Abbas dürfe nicht "das Feigenblatt für eine Terrorbehörde oder das hübsche Gesicht sein, das den hässlichen Terror verdeckt". Sie hatte Abbas die Schuld am Hamas-Wahlsieg gegeben. Interims-Regierungschef Ehud Olmert hatte sich von den abwertenden Aussagen Livnis über den palästinensischen Präsidenten distanziert und die Hoffnung ausgedrückt, dass dieser im Amt bleibe.

Gelassen gab sich Mofaz in dem Gespräch zum Besuch einer Hamas-Führungsdelegation in Russland. Der russische Verteidigungsminister habe ihm gesagt, man habe die Hamas nur eingeladen, um sie "von der Notwendigkeit einer Kursänderung zu überzeugen", sagte Mofaz. Die Hamas sei eine Terrororganisation. Man werde mit ihr erst Gespräche aufnehmen, wenn sie das Existenzrecht des Staates Israel anerkenne.

Mofaz schloss Verhandlungen mit den Palästinensern über die künftigen Grenzen nicht aus. Im Rahmen solcher Verhandlungen halte er die Idee eines Landtausches für "keine schlechte Idee". Entscheidend seien zwei Punkte: "Die zukünftigen Grenzen müssen leicht zu verteidigen sein, und sie müssen eine jüdische Bevölkerungsmehrheit für den jüdischen Staat sichern." (apa)