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Aktivisten für Schwulenrechte in Moskau festgenommen

Italienischer Demonstrant konnte nach Einsatz des Außenministeriums in Rom Russland verlassen

Amnesty International protestiert gegen die Festnahme von fünf Aktivisten für die Rechte Homosexueller in Moskau am gestrigen Donnerstag. Zu ihnen zählte auch der Italiener Yuri Guiana, der am Donnerstagabend wieder freigelassen wurde und in seine Heimat zurückkehren konnte.

Der 43-jährige Guaiana, Mitglied einer italienischen Organisation für Schwulenrechte, wollte im Auftrag der NGO "Allout" der Moskauer Oberstaatsanwaltschaft zwei Millionen Unterschriften in digitaler Form vorlegen, die im Rahmen einer weltweit geführte Petition gegen die Folterung von Homosexuellen in der Teilrepublik Tschetschenien gesammelt wurden. Die Unterschriften hatte "Allout" laut eigenen Angaben gesammelt, um eine Untersuchung im Zusammenhang mit den Folterungen Homosexueller zu fordern.

"Die Festnahme der Aktivisten ist eine schwere Verletzung der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit", so Amnesty International in einer Presseaussendung. Das Außenministerium in Rom hatte sich für die Freilassung Guaianas eingeschaltet. Dieser berichtete, er sei in eine Polizeikaserne gebracht worden, wo er mehrere Stunden lang bleiben musste. Er sei gut behandelt worden. Guaiana erzählte, ihm sei unter anderem Widerstand gegen die Polizei vorgeworfen worden, was nicht der Wahrheit entspreche.

Im März berichtete die russische regierungskritische Zeitung "Nowaja Gaseta", die tschetschenischen Behörden würden Schwule einsperren und foltern. Mehrere tschetschenische Männer in einem Unterschlupf bei Moskau sagten, sie seien aus Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat geflohen.

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