Aktionäre machen Staatshilfe überflüssig:
Erste holt sich frisches Geld von Privaten

Chef Treichl: "Glauben nicht, dass Krise vorbei ist" 1,9 Milliarden Euro an zusätzlichem Kapital erwartet

Aktionäre machen Staatshilfe überflüssig:
Erste holt sich frisches Geld von Privaten © Bild: APA/Gindl

Die börsenotierte Erste Group verzichtet auf eine weitere Tranche von Staatsgeld (Hybridkapital), beschafft sich stattdessen mit dem Verkauf junger Aktien frisches Kapital. "Wir glauben nicht, dass die Krise vorbei ist", erklärte Erste-Chef Treichl. "Aber es gibt erste Anzeichen, dass der Höhepunkt überschritten sein könnte."

Treichl macht seine Schätzung daran fest, dass die notleidenden Kredite nicht mehr so stark steigen. Für 2010 sei man jedenfalls gut gerüstet.

Zum gestrigen Kurs (27,50 Euro) waren die bis zu 60 Millionen Erste Group-Aktien 1,65 Milliarden Euro wert. Bis höchstens 32 Euro je Aktie würde die Bank ansetzen, was dann mehr als 1,9 Milliarden Euro in die Kassen fließen lassen würde. Treichl sieht seine Bank mit diesem Kapitalschritt "gut kapitalisiert". Durch die Kapitalerhöhung um etwa ein Fünftel würde die Kernkapitalquote bei voller Platzierung (Tier 1) auf 7,8 Prozent von derzeit 6,5 Prozent steigen. Analysten hatten bei der stark im Osten aktiven Bank einen großen Kapitalbedarf geortet.
(apa/red)