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Akademikerball:
Polizei untersagt NOWKR-Demo

Bündnis will sich "nicht von legitimem antifaschistischen Protest abbringen lassen"

Demo gegen den Akademikerball © Bild: APA/Georg Hochmuth

Anlässlich des Akademikerballs am Freitag sind bei der Landespolizeidirektion Wien 20 Kundgebungen angemeldet worden. Davon hat die Polizei zwei angekündigte Demonstrationen des Bündnisses NOWKR untersagt. Auch vier Standkundgebungen der FPÖ innerhalb des Platzverbots werden nicht erlaubt.

Die Polizei wird mit ungefähr 2.500 Beamten in Einsatz sein. Damit werde man jedenfalls das "Auslangen finden", ein Assistenzeinsatzes des Bundesheeres "steht nicht zur Debatte", meinte Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Wie viel der Einsatz der Exekutive kosten wird, "lässt sich noch nicht genau sagen". Pürstl rechnet jedoch mit "Kosten von 1,5 Millionen Euro aufwärts".

Gewalt "beharrlich nicht ausgeschlossen"

Die Polizei identifizierte die Anmelderin der untersagten Demozüge "Für ein Ende der Gewalt - den Akademikerball unmöglich machen!" als Teil des Bündnisses NOWKR, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Das Bündnis habe im Vorfeld "offen ein Bekenntnis zu Militanz auf der Straße abgelegt", sagte Pürstl. Gewalt wurde "beharrlich nicht ausgeschlossen".

Aufrufe zum gewaltsamen Verhindern einer bewilligten Veranstaltung sowie Gewaltanwendung gegen Einrichtungen der kapitalistischen Gesellschaft und der staatlichen Obrigkeit "laufen nach ihrem Zweck den Strafgesetzen zuwider und stellen einen zwingenden Untersagungsgrund dar", begründete Pürstl das Verbot. Zudem sei zu befürchten, dass die NOWKR-Demonstrationen "die öffentliche Sicherheit gefährden würden". Und das "kann keine Behörde in Österreich zulassen".

Zwei Versammlungsmärsche geplant

Stattfinden sollen am Freitag neben zwölf Standkundgebungen auch zwei Versammlungsmärsche. Einer führt ab 16.00 Uhr von der Wallensteinstraße in der Brigittenau über die Friedensbrücke nach Alsergrund. Im Anschluss geht es über die Porzellangasse und die Liechtensteinstraße in die Innenstadt bis zum Schottentor. Dort gliedert sich die Versammlung in den zweiten Demonstrationszug ein, der ab ungefähr 16.45 Uhr vom Schottentor weg über den Universitätsring über die Freyung bis zum Stephansplatz führt. Im Bereich der Marschrouten wird es zu Verkehrssperren und Umleitungen kommen, kündigte die Polizei an.

Wesentlich kleiner als im vergangenen Jahr ist heuer die Sperrzone rund um die Hofburg, in der der Akademikerball stattfindet. So ist ab 16.00 Uhr Nichtberechtigten der Zutritt zum Hofburggelände sowie den Burg-, Opern- und Kärntner Ring entlang bis zum Schwarzenbergplatz verboten. Auch Teile der Herrengasse sowie Michaeler- und Albertinaplatz liegen innerhalb der Sperrzone. Anders als im Vorjahr sollen akkreditierte Journalisten die Sperrzone zeitlich unbegrenzt und ohne Begleitung von Pressesprechern der Polizei betreten dürfen. Allen bisher beantragten Akkreditierungen wurde stattgegeben, sagte Pürstl.

NOWKR will "auf jeden Fall auf die Straße gehen"

Das NOWKR-Bündnis hat am Mittwoch bereits angekündigt, trotz Demo-Verbots "auf jeden Fall auf die Straße zu gehen". Bereits am Dienstag warnten die Aktivisten bei einer Untersagung der Märsche vor chaotischen Zuständen in der Wiener Innenstadt. "Ausschließen kann man nichts", meinte Pürstl. Das Verhindern einzelner Ausschreitungen oder Sachbeschädigungen könne "keine Polizei der Welt garantieren". Prinzipiell setzt die Wiener Polizei auf "den Dialog, wir versuchen zu deeskalieren", kündigte Pürstl an. Jedoch: "Wenn es notwendig ist, werden wir durchgreifen."

Im Vorjahr waren insbesondere bei den Krawallen in der Innenstadt ortsunkundige oberösterreichische Beamte im Einsatz. Das heurige Konzept der Polizei ziele darauf ab, dass dort, wo Ortskenntnis erforderlich sei, auch jene Kräfte eingeteilt werden, die darüber verfügen, erläuterte Pürstl. Zudem kündigte der Polizeipräsident die intensive Nutzung von sozialen Medien an. Insbesondere auf Twitter solle die "Sichtweise der Polizei" dargelegt werden, getweetet werden, "was gerade Sache ist". Mit derartiger "polizeilicher Kommunikationstaktik" habe man bereits "gute Erfolge" erzielt, meinte Pürstl.

Mikl-Leitner: Pürstl genießt "vollstes Vertrauen"

Innenministerin Johanna Mikl-Leinter hat dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl den Rücken gestärkt. "Der Polizeipräsident genießt mein vollstes Vertrauen", sagte sie in einem Statement gegenüber der APA. Die Aufgabe der Polizei sei es, "die Freiheitsrechte unsere Bürger zu schützen - wie die Versammlungsfreiheit und die Freiheit der Meinung, egal von welcher Seite." Eine Freiheit der Gewalt gebe es nicht. "Wenn es eine Gruppe trotz der Eskalationen des letzten Jahres ablehnt, sich von Gewalt zu distanzieren und für sich Gewalt als Mittel des Protests auszuschließen, dann ist es das Recht der Polizei, diese Gruppe in ihren Freiheitsrechten zu beschneiden", meinte die Ministerin.

Die Polizei stehe jedenfalls auf der Seite der Bürgerrechte, die Gewalt auf der anderen Seite. "Es kann von der Polizei nicht erwartet werden, dass sie akzeptiert, wenn eine Gruppe unter Berufung auf die Freiheitsrechte, Gewalt gegen Andersdenkende nicht ausschließt", so Mikl-Leitner.

Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt

Wenn man am Freitagabend in die Stadt müsse, sollte man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, riet Oberst Josef Binder, der stellvertretende Leiter der Landesverkehrsabteilung. Auch geparkte Autos sollten rechtzeitig aus der Sperrzone gebracht werden. In der Innenstadt werde es jedenfalls zahlreiche Verkehrsbehinderungen geben.

Kommentare

christian95 melden

Was haben ÖVP InnenmisterInnen aus unserem schönen, einst so sicheren Land gemacht?

christian95 melden

Herzlichen Dank an die Rot-Grün Wähler in Wien, denen wir das alles zu verdanken haben. (Oder glaubt jemand ein HC als Bürgermeister würde da auch zu schauen wenn die City zertrümmert wird?)

christian95 melden

Und unser tiefroter Staatsfunk wird sich tagelang danach wieder einmal über die "Polizeigewalt" beschweren und den Randalieren eine breites Forum bieten.

Maika melden

Niemand hat etwas gegen Kundgebungen. Aber diese gewaltbereiten
Demonstrierer soll man herausholen und ordentlich bestrafen, damit Ihnen
die Lust am krawallisieren vergeht.
Ein Danke unserer Polizei, die wieder Ihren Kopf hinhalten müssen!!

christian95 melden

100% richtig!
Zuerst müssen unsere Polizisten den Kopf hin halten und werden am nächsten Tag von den linken Randalierern sogar noch wegen "Polizeigewalt" beschimpft!

heisser tipp an die polizei, setzt wasser-werfer ein! bei den temperaturen ist jedes linke gesocks sofort wieder weg von den strassen!!

Es gibt rechte Deppen und es gibt linke Deppen. Das sieht man hier wieder. Aber Gewalt hat bei Kundgebungen nun mal nichts verloren. Es gibt das Versammlungsrecht, aber kein Krawallrecht. Schade daß ein kleiner Prozentsatz Minderbemittelter alle anderen in Geiselhaft nimmt.

100% richtig!
Oftmals viel kritisiert, aber wenn wir sie brauchen, dann kann man sich auf die Polizei doch verlassen!
Was sind das für feige Typen die sich bei einer Demo hinter Masken verstecken müssen? Da hat doch ein Regenwurmmehr Rückgrat!

rrrudi05 melden

Zwischen demonstrieren und randalieren gibts ja doch einen Unterschied. Wer demonstriert sollte auch dazu stehen und sich nicht hinter Masken verstecken.

rrrudi05 melden

Links und Link ist kaum mehr auseinanderzuhalten !!!!

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