Umstrittene Veranstaltung von

Akademikerball: Aufruf zur Demo

Grünen-Chefin rät zur Teilnahme: Friedliche Demos sind einzig angemessene Protestform

Demonstration gegen den Akademikerball in Wien © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Am Freitag ist es wieder so weit: Der umstrittene Akademikerball findet in der Hofburg statt. Die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig rät zur Teilnahme an den genehmigten Protesten gegen den Ball. In einer Aussendung schlug sie die Demonstration von "Jetzt Zeichen setzen" am Heldenplatz vor. Gewaltfreie und friedliche Kundgebungen seien die einzig angemessene Protestform gegen den Burschenschafterball.

"Mit der Veranstaltung 'Jetzt Zeichen setzen' werden die Grünen gemeinsam mit Holocaust-Überlebenden ein friedliches, gewaltfreies Zeichen gegen den Burschenschafterball in der Hofburg am morgigen Freitag setzen", so Glawischnig. Die Grünen-Chefin forderte weiters dazu auf, dass alle Proteste gegen den WKR-Ball friedlich und gewaltfrei ablaufen sollen. Zudem appellierte sie an die Polizei, auf deeskalierende Maßnahmen zu setzen.

SPÖ appelliert ebenfalls an Bürger

Auch die SPÖ ruft zur Teilnahme auf. "Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass alljährlich in den Repräsentationsräumen der Hofburg ein Ball stattfindet, der nach Meinung vieler Beobachter als 'Vernetzungstreffen' für Rechtsextreme aus ganz Europa dient", teilt der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler in einer Aussendung mit. Er appelliert ebenfalls an die Bürger bei der Kundgebung "Jetzt Zeichen setzen" mitzumachen und betont: "Klar ist: Der Protest gegen den Akademikerball ist friedlich zu führen - Gewalt ist niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung".

2.500 Beamte im Einsatz

Die Polizei rechnet bei den insgesamt 14 angemeldeten Kundgebungen gegen den früheren "Burschenschafterball" mit 6.000 Demonstranten. Polizeipräsident Gerhard Pürstl hat den Einsatz von 2.500 Beamten angekündigt, um Ballbesucher und Demonstranten zu trennen.

Zum Akademikerball selbst werden mehrere hundert Gäste in der Hofburg erwartet. Weil einige Aktivisten angekündigt haben, den Ballgästen die Zufahrt zu blockieren, wird das Dreieck zwischen Hofburg, Schwarzenbergplatz und Museumsquartier ab 16.00 Uhr gesperrt. Bus- und Straßenbahnlinien verkehren entweder nicht oder werden kurz geführt. Zutritt erhalten nur Anrainer, Ballgäste, die Exekutive und - anders als 2013 und 2014, wo das Platzverbot auch für Medien galt - akkreditierte Journalisten. Auch auf das im Vorjahr großflächig ausgesprochene Vermummungsverbot haben die Behörden diesmal verzichtet.

Absperrungen beim Akademikerball
© APA/Margret Schmitt

Unmittelbar außerhalb der Sperrzone haben sich die Gegendemonstranten angekündigt: Kundgebungen werden sowohl am Maria-Theresien-Platz zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum als auch am Heldenplatz stattfinden. Letztere wird ab 19:00 Uhr vom antifaschistischen Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" veranstaltet und u.a. von ÖH, Grünen und SOS-Mitmensch unterstützt. Geplant sind ein Konzert sowie Reden u.a. von Holocaust-Überlebenden.

Erste Demonstration startet um 17.00 Uhr

Bereits um 17:00 Uhr startet die "Offensive gegen Rechts" ihren Demonstrationszug vor der Universität Wien. Die Organisatoren haben auch Demonstrationen an drei "Blockadepunkten" außerhalb der Sperrzone in der Innenstadt (Kohlmarkt, Freyung und Löwelstraße) angekündigt. Untersagt hat die Polizei dagegen die Kundgebung des NOWKR-Bündnisses - wegen dessen mangelnder Distanzierung von gewalttätigen Aktionen.

Blockadeversuche der NOWKR-Sympathisanten könnte es trotzdem geben. "Uns erscheint es sinnvoll, morgen ab 18:30 in der Gegend rund um das Burgtor unterwegs und aktiv zu sein", verlautete am Donnerstag am Twitter-Account des Bündnisses. Seitens der Polizei hieß es dazu, man werde in Abhängigkeit von der Lage darauf reagieren. Kritik an der Untersagung der NOWKR-Demo kam am Freitag von der ÖH an der Universität für angewandte Kunst, die via Aussendung von einer präventiven Kriminalisierung antifaschistischer Proteste sprach.

MKV: Protest soll gewaltfrei bleiben

Der Mittelschüler Kartellverband rief die demonstrierenden "linken, anarchistischen und antifaschistischen" Gruppierungen auf, für gewaltfreie und friedliche Demonstrationen zu sorgen. MKV-Vorsitzender Helmut Kukacka sorgte sich in einer Aussendung auch um die Sicherheit der eigenen Mitglieder: Denn die Demonstranten würden häufig keinen Unterschied zwischen schlagenden Burschenschaften und den (ähnlich gewandeten, Anm.) "katholisch-farbentragenden Studenten- und Mittelschülerverbindungen" machen. In der Vergangenheit sei es deshalb regelmäßig zu Übergriffen gekommen.

Verkehrsbehinderungen in Innenstadt

Die angekündigten Proteste rund um den freiheitlichen Akademikerball bringen zahlreiche Behinderungen in der Innenstadt mit sich. Aufgrund der großräumigen Absperrung rund um den Veranstaltungsort Hofburg warnte etwa der ÖAMTC am Donnerstag in einer Aussendung vor Verkehrsbeeinträchtigungen ab Freitagnachmittag. Auch die Staatsoper machte ihre Besucher auf längere Anfahrtszeiten aufmerksam.

Kommentare

Aha der schlaue Rote spricht von Vernetztungstreffen der Rechtsextremen. Na dann bin ich gespannt welche kriminalistischen Pläne da geschmiedet werden. Na hoffentlich lässt er alle Ballbesucher auf Waffen kontrollieren. Nicht auszudenken wenn es dann Terroranschläge von den Ballbesuchern gibt gegen Rot und Grün. Ob der schon jemals den Ball besucht hat und weiß was die tun.

Diese Demonstration geht von den "Grünen" aus, wie ich eben gelesen habe. Es ist von den Grün en noch nie etwas vernünftiges gekommen. Dies müssten sich alle Wähler bei der nächsten Wahl vor Augen führen. Auch frage ich mich, weshalb man diese Demo nicht verbieten kann, wenn man schon im voraus weiß worauf es hinaus läuft und was die ganze Sicherheit dem Steuerzahler kostet

Dieses blöde Weibsbild solidarisiert sich mit den Hooligans.
Warum kann man diesen Ball nicht einfach ignorieren, dann hätte Strache keine Medienpräsenz und keinen weiteren Zulauf.
Der Großteil der Demonstranten sind nur Randalierer die einen willkommenen Anlass sehen um sich auszutoben.
Wir Steuerzahler, denen der Ball völlig wurscht ist, müssen diesen
Polizeieinsatz sogar noch bezahlen.

Keiner hat was gegen Demonstranten, aber Randalierer, dazu noch solche die sich hinter Masken verstecken, die brauchen wir nicht.
Unsere "linken" Politiker sollen sich gefälligst von diesen Leuten distanzieren und dagegen Stellung nehmen.

Mich wundert´s dass der Hr.Bürgermeister (und seine Koalitionspartner) die Demonstranten nicht ins Rathaus einlädt und ihnen persönlich das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien überreicht.Als Dank dafür dass sie 2014 die halbe Innenstadt zerstört haben.Würde der Polizei heute ein paar Wasserwerfer empfehlen.

Na dann soll Sie mitgehen die Glawischnig, aber ganz vorne bitte in erster Reihe diese oberschlaue.

christian95 melden

Seit Rot-Grün in Wien regiert gibt es keine Opernballdemos mehr. Statt dessen wird immer wieder gegen die FPÖ demonstriert und dabei Mio Schäden verursacht. Wenn aber Schwule und Lesben ihren Ball abhalten ist es OK.

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Was genau bitte ist gegen Schwulen und Lesben zu sagen!!?? Einmal die Juden, dann die Moslems, danach die Schwulen und Lesben, vielleicht auch die Opernballbesucher. Und morgen? Die Rothaarigen? Fein! Da gehöre ich auch dazu. Christian, mag sein, dass Sie die FPÖ bevorzugen. Aber mit dieser Aussage waren Sie zu EXTREM!

Barbara Undeutsch
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Ich schlage vor, wir blockieren dann auch den Jägerball, da ein Großteil der "Jäger" in Österreich dafür bezahlen, ein (vorher aufgezüchtetes) Tier abschlachten zu dürfen. Vonwegen Tierschutz und so ... Oder den Zuckerbäckerball, da uns Industriezucker süchtig und krank macht ... Alles was in Österreich "links" ist, ist gut. Alles was "rechts" ist, ist pfui ... Gratulation Österreich!

higgs70
higgs70 melden

Also um die Fronten klarzumachen. Links sind bei uns die Sozialdemokraten und die Kommunisten. Was die Jäger und Zuckerbäcker damit zu tun haben, müssten Sie erläutern, das versteh ich nicht ganz.
Oder ist links für Sie einfach nur das Synonym für Das-hab-ich-gar-nicht-lieb?

christian95 melden

Ein toller Vorschlag!

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