Akademie urteilt nach alten Vorgaben: Arbeite richtet sich nach Regeln von 1786

Schwedens König Gustaf III. hatte Regeln erlassen

Die 18 Mitglieder der Schwedischen Akademie vergeben seit 1901 den Nobelpreis für Literatur. Zusammensetzung und Arbeitsweise der Akademie richten sich nach Regeln aus dem Jahr 1786, die König Gustaf III. (1746-1792) zur Pflege der schwedischen Sprache erlassen hatte. Noch heute gilt, dass alle Mitglieder von der Akademie selbst auf Lebenszeit gewählt werden.

Die Mitgliedschaft hört auch dann nicht auf, wenn ein Betroffener dies selbst ausdrücklich als seinen Willen erklärt hat. So werden die Schriftstellerin Kerstin Ekman und ihre Kollege Lars Gyllensten weiter als Akademie-Mitglieder geführt, obwohl sie 1989 ihren Austritt erklärt hatten.

Derzeit sind sechs der nominell 18 Mitglieder älter als 80, weitere fünf über 75 und zwei über 70. Nach dem Tod der Mitglieder Nummer acht und 14, Östen Sjöstrand (81) und Lars Gyllensten (84) wurden bei beiden vakanten Plätze mit dem Lyriker und Literaturforscher Jesper Svenbro und der Dramatikerin und Lyrikerin Kristina Lugn nachbesetzt. Svenbro und Lugn treten ihre Funktion allerdings erst am 20. Oktober an, also erst nach Bekanntgabe des diesjährigen Nobelpreises für Literatur.

Die Hauptarbeit bis zur endgültigen Abstimmung über einen Literatur-Nobelpreises liegt beim Nobelkomitee mit fünf Mitgliedern. Ihm gehören derzeit an: Horace Engdahl (57) als Ständiger Sekretär sowie die Schriftsteller Per Wästberg (72), Kjell Espmark (76), Lars Forssell (78) sowie Katarina Frostenson (53). Über die Beratungen zum Nobelpreis muss jeweils 50 Jahre lang Stillschweigen bewahrt werden.
(apa/red)