Wohnen von

AK-Präsident Kaske will
Altbaumieten in Wien deckeln

Mietzins soll mit 120 Prozent des Richtwerts begrenzt werden - "keine Hexerei"

Ein Wohnhaus in Wien. © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

AK-Präsident Rudolf Kaske will mit weitreichenden Eingriffen in das Mietrecht die Mieten senken. Unter anderem soll der Hauptmietzins mit 120 Prozent des Richtwerts begrenzt werden. Eine 90-Quadratmeter-Altbauwohnung in Wien würde damit im Vergleich zur aktuellen Durchschnittsmiete monatlich um 168 Euro, jährlich also um 2.028 Euro billiger werden, rechnet er vor.

Derzeit koste eine 90 Quadratmeter Altbauwohnung in Wien im Schnitt 726 Euro, bei einer Begrenzung auf 120 Prozent des Richtwertes wären es nur mehr 557 Euro (zuzüglich Betriebskosten und Umsatzsteuer), bei einem befristeten Vertrag sogar nur mehr 418 Euro, so Kaske am Donnerstag. Die Änderung wäre durch eine einfache Gesetzesänderung jederzeit umzusetzen. "Das ist keine Hexerei", so Kaske.

Befristungen abschaffen, Betriebskosten neu berechnen

Zu- und Abschläge zur Miete müssten im Mietvertrag künftig verpflichtend angegeben werden. Befristungen sollten abgeschafft bzw. nur bei sachlich gerechtfertigter Begründung erlaubt sein. Auch die Betriebskosten will Kaske neu berechnet wissen, Grundsteuer und Versicherungskosten sollen nicht mehr darunter fallen. Alleine das würde einem durchschnittlichen Mieter in einer 90-Quadratmeter-Altbauwohnung pro Jahr 510 Euro ersparen.

Die Maklerprovision wiederum solle der Vermieter alleine zahlen, wie dies auch in anderen europäischen Ländern üblich sei. Auch die Erhaltungspflicht für die Wohnung solle den Vermieter treffen - insbesondere etwa bei Thermen. Schließlich fordert Kaske die Zweckwidmung der Wohnbauförderung für den sozialen Wohnbau. Komme die Zweckwidmung nicht, solle der Förderungsbeitrag - 0,5 Prozent des Lohns - wegfallen.

Mieten unverhältnismäßig gestiegen

Mieten seien von 2000 bis 2012 um 46 Prozent gestiegen, während die Inflation 28 Prozent betragen habe. Die privaten Mieten hätten in diesem Zeitraum sogar um 33 Prozent zugelegt, während Genossenschafts- und Gemeindewohnungen nur um 16 Prozent teurer wurden, erinnert die Arbeiterkammer. Inzwischen seien private Mietwohnungen mit einer Richtwertmiete gleich teuer wie Mieten am freien Markt. Das System sei völlig undurchsichtig, der gesetzliche Abschlag von 25 Prozent für befristete Wohnungen werde meist nicht angewendet.

In einem konkreten Fall einer 82-Quadratmeter-Wohnung habe das Bezirksgericht einen zulässigen Hauptmietzins von 459,80 Euro errechnet, das Landesgericht kam auf 547,52 Euro und der oberste Gerichtshof auf 481,09 Euro. Das macht einen Unterschied von fast 22 Prozent.

Kommentare

schneida

wenn man zuviel zahlt, kann man durchaus druck auf den vermieter ausüben und sich was zurückholen.

auf der plattform http://www.mietfuchs.at habe ich das gemacht.

lasst eure miete prüfen und wenn das verfahren startet, gebt den code "Schnei456" bekannt, für einen 50€ Vorschuss!

viel erfolg!

Blumenkind124
Blumenkind124 melden

Ich verstehe ja, dass man als Vermieter auch einen Gewinn machen muss aber die Preise sind teilweise einfach nicht gerechtfertigt.
Ein Zitat aus der Presse: "Das Fazit der OeNB: Verglichen mit den fundamental gerechtfertigten Preisen sind die Immobilienpreise in Wien um 21 Prozent überbewertet."
( http://diepresse.com/home/meingeld/immobilien/1551252/Wiener-Wohnungen-um-21-Prozent-zu-teuer )

Blumenkind124
Blumenkind124 melden

Und da finde ich es gut, dass die AK sich hier einsetzt!

Hierzu hat sie auch eine Umfrage gestartet in der jeder sein wichtigstes Anliegen zum Wohnen äußern kann:

https://wien.arbeiterkammer.at/beratung/wohnen/wohnenmussbilligerwerden/Umfrage.html

strizzi49 melden

Dieser AK-Präsident hat wohl überhaupt keine Ahnung, was die Erhaltung so eines Altbaues kostet!
Womit soll denn dann die Renovierung und Erhaltung des Zustandes eines Altbaues bezahlt werden? Wenn die Betriebskosten steigen, heißt das, dass die Dienstleistungen teurer werden! Dann werden aber auch die Arbeiten zur Hauserhaltung (Maurer, Elektriker, Dachdecker, usw.) teurer!

strizzi49 melden

Und wovon soll das dann bezahlt werden, wenn bei den Mieten nix equivalentes mehr hereinkommt?
Warum wollen die Hausbesitzer wohl die Altmieter mit ihrem Friedenszins aus den Häusern heraushaben? Mieterschutz ist schon gut, aber auch die Hausbesitzer haben ein Recht darauf, an ihren Liegenschaften verdienen zu können!

11223344 melden

völlig richtig, jeder möchte in einer altbauwohnun wohnen, am besten im 1. drinnen 200 m² wohnfläche und um 400 warm. aber was die nachfrage steuert kostet nun mal, das werden unsere deppen nie kapieren. klar dass unsere roten auch asylanten in solche wohnungen unterbringen möchten, aber dagegen kann sich der vermieter noch wehren. was es wiegt das hat es, wer es sich nicht leisten kann muss sich halt in einer anderen gegend umsehen.

Oliver-Berg
Oliver-Berg melden

Angebot und Nachfrage regeln den Preis, nicht der Neidkomplex der AK. Die aktuellen Vermietungsrenditen bei Wohnungen belaufen sich brutto vor Steuern auf rund 4 %, wenn die Immobilie nicht zu teuer gekauft wurde (104 Erträgen stehen 100 Aufwendungen gegenüber). Wenn ich also rund 20 % an Erträgen nicht mehr habe, zwingt mich die AK Verlust zu machen. Auch nur eine Durchschnittsrechnung Hr. Kaske.

christian95 melden

Wider einmal ist die SPÖ (bei der ÖVP ist es nicht anders) gleichzeitig dafür und dagegen. SPÖ im Bund und SPÖ im Land ermöglichen das durch ihre Gesetze. Die SPÖ in der tiefroten AK ist dagegen.

christian95 melden

Wie einmal in der DDR!
Die Bürger der DDR haben sich vor über 20 Jahren von so einem System verabschiedet.
Dabei dürfte es doch kein Problem sein im tiefroten Wien die "roten" Wünsche der AK umzusetzen. Heute schon bekommt man oftmals nur mit dem SPÖ Parteibuch eine billige Gemeindewohnung.

christian95 melden

Auch in Kuba oder Nordkorea gibt es so ein politisches System, zum Wohle der Arbeiterklasse.

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