AK warnt vor Gratis-Angeboten im Internet:
Gratis-SMS & Routenplaner sind Kostenfallen

Mehrheit der Sites ohne korrekte Preisauszeichnung Im schlimmsten Fall droht Zwei-Jahres-Knebelvertrag

AK warnt vor Gratis-Angeboten im Internet:
Gratis-SMS & Routenplaner sind Kostenfallen © Bild: Reuters/Cortes

Wer bei einer Suchmaschine Gratis-SMS eingibt oder einen Routenplaner sucht, bekommt viele Links mit verlockenden kostenlosen Angeboten. Aber gratis ist meist nicht gratis. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe von zehn als kostenlos beworbenen SMS-Websites und fünf vermeintlichen gratis Internet-Routenplanern der Arbeiterkammer (AK) gemeinsam mit der Initiative Saferinternet.at.

80 Prozent der getesteten SMS-Angebote waren nicht wie beworben gratis, sondern kostenpflichtig, berichtete die AK in einer Aussendung. Bei den restlichen 20 Prozent konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob sie wirklich gratis sind. Bei den Gratis-Routenplanern verrechneten 60 Prozent der Anbieter den Dienst. 40 Prozent boten tatsächlich kostenlose Routenplaner an.

"Die Mehrheit der geprüften Gratis-SMS-Websites (80 Prozent) und Routenplaner (60 Prozent) hat keine korrekte Preisauszeichnung. Entweder ist der Preis in den Geschäftsbedingungen versteckt oder im Kleinstgedruckten ganz unten am Seitenrand", resümierten die AK-Konsumentenschützer.

Die laut den Testern übelsten Fallen: Nutzer tappen mit ihrer Registrierung für Gratis-SMS in wöchentliche, kostenpflichtige Abos; es wird jedes einzelne versendete SMS verrechnet; der angebliche Gratis-Dienst ist zunächst ein Gratis-Testabo, das automatisch ein kostenpflichtiger Zwei-Jahres-Vertrag wird. Bei den Routenplanern können Einmalzahlungen von rund 60 Euro oder sieben Euro monatlich bei einer Zwei-Jahres-Bindung blühen.

Über das Rücktrittsrecht wird demnach stiefmütterlich aufgeklärt: Fast jeder dritte untersuchte SMS-Anbieter sagt nichts über das Rücktrittsrecht, bei den Routenplanern ist es jeder fünfte. Die restlichen Anbieter informieren zwar darüber, schließen das Rücktrittsrecht aber zum Teil gleichzeitig wieder aus.

"Mehr als zwei Drittel der untersuchten Gratis-SMS-Anbieter halten sich nicht an alle Rechtsvorschriften. So verschweigen 40 Prozent Name und Anschrift. Bei den Routenplanern verstoßen 60 Prozent der Websites gegen die gesetzlichen Vorschriften, wobei mehr als drei Viertel keine korrekten Angaben über sich machen", bemängelt die AK. Sie fordert daher mehr Schutz für Konsumenten, etwa weniger Ausnahmen beim Rücktrittsrecht und eine zeitlich unbefristete Rücktrittsmöglichkeit, wenn Anbieter Infopflichten missachten. (apa/red)