Airbnb - die Dos und Don'ts

Österreichs Finanz hat die Airbnb-Vermieter im Auge. Was man jetzt beachten muss!

Die österreichische Finanz will herausfinden, ob die privaten Airbnb-Anbieter auch brav ihre Steuern bezahlt haben. Dafür wurde eigens ein entsprechender Antrag in den USA und in Irland, wo die Zimmervermittlungsplattform ihre Firmensitze hat, gestellt. Über diesen soll herausgefunden werden, wer hierzulande sein Quartier vermietet und ob dafür auch Steuern abgeführt wurden. Aber welche Pflichten hat man eigentlich als Airbnb-Vermieter?

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Fakten - Airbnb - die Dos und Don'ts

Das Finanzministerium verhandelt momentan mit Airbnb, um an die Daten der Nächtigungsumsätze zu kommen. Diese sind Grundlage für die Besteuerung. "Wir nehmen die persönlichen Daten unserer Community sehr ernst und teilen sie nicht freiwillig mit anderen", wird hingegen das US-Unternehmen in "Format" zitiert. Ein Grund, warum man auf der Airbnb-Seite auch keine direkte Adresse und Kontaktmöglichkeit mit den Vermietern findet - und ein Umstand, der es der Finanz schwer macht, die privaten Anbieter auszumachen.

Was dem Staat entgeht

Dass der Staat an die Informationen heran will, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich entgehen ihm durch die private Vermittlung Millionen. Laut dem Tourismusberater Prodinger sollen 2016 mehr als 9 Millionen Euro an Mehrwertsteuer ausfallen. Dazu sollen 4,5 Millionen Euro an verlorenen Orts- und Kurtaxen kommen.

Airbnb boomt in Österreich. In Wien gibt es rund 5.000 Anbieter, in Tirol etwa 2.200. Pro Jahr wird so mehr als eine halbe Million Nächtigungen lukriert - Tendenz steigend. Stellt sich die Frage, was Vermieter beachten müssen, damit sie nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Dos und Don'ts als Airbnb-Vermieter

  1. Wer seine Eigentumswohnung an Touristen vermietet, muss die Zustimmung aller Hauseigentümer einholen.
  2. Es ist nicht genau geklärt, wie die Regelung aussieht, wenn man als Mieter seine Wohnung anbietet. Ein rechtlicher Graubereich! Prinzipiell gilt, dass man für eine gänzliche Untervermietung, die Zustimmung des Vermieters braucht. Wenn die Wohnung mehr als zur Hälfte selbst genutzt wird und kein Gewinn entsteht, kann auf das Einholen einer Zustimmung verzichtet werden.
  3. Wer eine Wohnung gewerblich vermietet, braucht dafür eine Gewerbeberechtigung. Dies ist dann der Fall, wenn mehr als zehn Betten zur Verfügung stehen und man Angestellte hat. Reinigungshilfen müssen zum Beispiel angemeldet und sozialversichert werden.
  4. Ein Arbeitnehmer darf in Österreich bis zu 730 Euro im Jahr dazuverdienen. Wer mehr einnimmt, muss für "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" eine Einkommensteuererklärung abgeben und für den Gewinn Steuern zahlen.
  5. An die Gemeinde muss pro Nacht und Person eine Gästetaxe sowie eine Tourismusabgabe abgeführt werden. Außerdem müssen Gäste, die länger als drei Tage bleiben, vom Vermieter bei der Polizei gemeldet werden.

Weiterführende Infos:
Übersicht über die Verpflichtungen der Privatvermieter
Airbnb
Tipps für Airbnb-Gäste
Die schönsten Airbnb-Locations

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