Air France-KLM will wieder ins AUA Rennen:
Die ÖIAG lehnt einen erneuten Einstieg ab

Fluglinie fordert zweite Chance für Shortlist-Bieter AUA-Chef Ötsch drängt auf eine rasche Partnerwahl

Air France-KLM will wieder ins AUA Rennen:
Die ÖIAG lehnt einen erneuten Einstieg ab © Bild: APA/EPA/Kluiters

Europas größte Airline-Gruppe Air France-KLM will wieder in das Verkaufsverfahren für die Austria Airlines (AUA) einsteigen. Man werde alles versuchen, um wieder am Bieterprozess teilnehmen zu können, heißt es laut "Kurier" im Umfeld von Air France. Man wolle die Staatsholding ÖIAG davon überzeugen, dass ein Wiedereinstieg prozesskonform sei. Bei der ÖIAG steht man dem jedoch ablehnend gegenüber.

Die ÖIAG betont laut dem Zeitungs-Bericht, dass Air France kein finales Angebot abgegeben habe und damit die vorgegebenen Kriterien nicht erfülle. Air France argumentiert hingegen, dass keiner der Bieter, auch nicht die als Favorit geltende deutsche Lufthansa, ein prozesskonformes Offert abgegeben habe. Denn der Zuschuss der Republik von 500 Millionen Euro für die AUA-Schulden und der sich dadurch ergebende negative Kaufpreis entsprächen nicht den Ausschreibungsbedingungen.

Air France fordert neue Chance
Im Moment "ist das einzige Ziel, wieder zugelassen zu werden. Sonst kann ja kein Angebot gemacht werden", heißt es aus Paris. Air France sei sich der Dringlichkeit bewusst, die Sache müsse in den nächsten Tagen geklärt werden. Weshalb Air France konkret fordert, allen drei Bietern, die es auf die Shortlist geschafft haben, nochmals eine Chance zu geben. Und das wäre neben Lufthansa und S7 auch Air France.

S7 als geeigneterer Partner
Indes kommt ein Strategiepapier aus AUA-Kreisen zu dem Schluss, dass ein Einstieg der russischen S7 für die AUA besser wäre als eine Übernahme durch die Lufthansa, so das "WirtschaftsBlatt". S7 habe eine klare Wachstumsstrategie und keine Überschneidung mit Austrian im Europa- und Langstreckenverkehr. Zitat: "Somit ist eine Schrumpfung des Verkehrs sehr unwahrscheinlich, da sonst das eigene Streckennetz AUA-S7 verkleinert würde." Das von der Lufthansa eingebrachte Argument der Synergien würde dagegen dazu führen, dass alle AUA-Außenstationen geschlossen würden.

Ötsch drängt auf rasche Wahl
AUA-Chef Alfred Ötsch warnt davor, die Suche nach einem strategischen Partner für die AUA zu verschieben: "Die Entwicklung in der Branche ist so dramatisch, dass ein Zuwarten gefährlich wäre", meinte der schwer unter politischem Beschuss stehende Manager bei einem Hintergrundgespräch in Wien. Die Airline benötige rasch einen internationalen Partner, der beispielsweise Langstreckenpassagiere in das AUA-Netz einspeisen könne. Ötsch wollte sich nicht zum aktuellen Stand des Privatisierunsgprozesses äußern, meinte aber, dass das Angebot der Lufthansa das einzige sei, das alle Bedingungen der Ausschreibung erfülle.

Im Gegensatz zu Ötsch riet Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl erneut dazu, den Privatisierungsprozess vorerst zu stoppen und die Lage zu stabilisieren, eher man verkaufe. Wenn es einem Unternehmen schlecht gehe und es nur einen einzigen Bieter gebe, sei ein Verkauf schlecht, so Leitl, der dies als "Unternehmer, nicht als Wirtschaftskammerpräsident" gesagt haben wollte. "Wie der Staat in Krisenzeiten mit seinem Eigentum umgeht, hat in Österreich leider eine schlechte Tradition." Es sei bedauerlich, wie die AUA in den vergangenen Monaten "vom Stolz zur Blamage umfunktioniert" worden sei. Man solle nicht "unter Druck und mit unwürdigem Verhalten" verkaufen.
(apa/red)