Air Berlin von

Neuer Billigtarif

Fluglinie lockt mit "Holzklasse"-Tarif. Europa-Flüge ab 78 Euro.

Air Berlin - Neuer Billigtarif © Bild: apa/dpa/Gebert

Air Berlin setzt im auf einen neuen Billigtarif. Firmenchef Hartmut Mehdorn stellte das neue dreistufige Tarifsystem "YourFare" vor, das dem Unternehmen mehr Einnahmen bringen soll. Neu ist ab dem 1. Juli der Spar-Tarif "JustFly". Der Check-in läuft dabei nur über das Internet, aufgegebenes Gepäck muss extra bezahlt werden.

Daneben gibt es den Normal-Tarif "FlyClassic" und den Geschäftsreisenden-Tarif "FlyFlex", der mit zusätzlichen Leistungen versehen wurde. "Wir sind eine Airline für die normalen Menschen... und wir wollen in diesem großen mittleren Segment unseren Kundenstamm finden", beschreibt Mehdorn die Positionierung von Air Berlin.

Weder teurer noch billiger
Als Billig-Airline sieht sich die Gesellschaft ausdrücklich nicht. Mehdorns Vorstandskollege Paul Gregorowitsch stellt aber klar: "Das bedeutet nicht, dass ab heute Air Berlin teurer wird", und das bedeute auch nicht, dass Air Berlin insgesamt billiger werde. Vielmehr gelte es, mit dem neuen Tarifsystem zielgenauer auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse einzugehen.

Hin und retour für 78 Euro
Der neue Billigtarif von 78 Euro für Hin- und Rückflug auf ausgewählten innereuropäischen Strecken soll nicht immer und auch nicht auf allen Strecken angeboten werden. Er ist vor allem für Verbindungen gedacht, auf denen der Wettbewerb - auch durch Billigflieger - besonders stark ist. Der Preis bei "JustFly", deckt lediglich den Check-in via Internet, einen Snack und ein Getränk sowie ein Handgepäckstück ab. Für alles Weitere muss der Passagier extra zahlen - ein am Flughafen aufgegebener Koffer kostet 30 Euro.

Deutsche meiden Griechenland
Die Griechenland-Krise und ihre Folgen hält offenbar immer mehr Deutsche von einer Urlaubsreise in das südeuropäische Land ab. "Griechenland läuft sehr schlecht - genau wie Nordafrika", sagt Mehdorn. Griechenland werde zurzeit als Reiseziel kaum frequentiert. Womöglich hänge das mit einer Berichterstattung zusammen, nach der es in Griechenland mancherorts Groll gegen die Deutschen gebe. Mehdorn äußerte die Hoffnung, dass sich diese Negativentwicklung bald wieder umkehre, denn "Griechenland braucht den Tourismus".

Mehdorn auf Vorwärtskurs
Zusätzliche Kosten durch die verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens will Mehdorn nicht akzeptieren. Air Berlin als Hauptkunde fordere im Gegenteil Investitionen in das 38 Jahre alte Terminal in Tegel. "Wir leben ja in Tegel in Zelten und Provisorien", so Mehdorn. Zum Beispiel müsse dort die Kofferverteilung verbessert werden, möglicherweise durch zusätzliche Mitarbeiter. Außerdem seien Parkplätze für die zusätzlichen Flugzeuge notwendig, die die Airlines vom 3. Juni an einsetzen wollen - dem bisherigen Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens im brandenburgischen Schönefeld.