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Air-Berlin-Chef
Prock-Schauer tritt zurück

Österreicher legt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder - Nachfolger steht bereits fest

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Der erst seit Anfang 2013 tätige Air Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer tritt ab. Der Österreicher werde mit 1. Februar 2015 sein Amt auf eigenen Wunsch niederlegen, erklärte die angeschlagene Airline am Montag in einer Pflichtmitteilung für die Börse.

Nachfolger wird der frühere Lufthansa-Manager Stefan Pichler (57), der zuletzt die Fidji Airways führte. Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses tief in der Krise und hat in den vergangenen fünf Jahren nur einmal Gewinne geschrieben. Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft.

Prock-Schauer bleibt bei Air Berlin

Der Österreicher Prock-Schauer bleibt bei der Niki-Mutter Air Berlin. Er verlässt den Verwaltungsrat, wird aber im Vorstand wieder den Posten des Chefstrategen übernehmen. Er hatte im Jänner 2013 den jetzigen Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn abgelöst. Zuvor hatte er sich an der Sanierung der damaligen Lufthansa-Beteiligung British Midland (bmi) versucht.

Strikte Sparpläne als Stolperstein?

Prock-Schauer hatte im Frühjahr zugeben müssen, dass die bisherigen Sparanstrengungen nicht ausreichen, um Deutschlands zweitgrößte Airline zurück in die Gewinnzone zu bringen. Er kündigte daraufhin eine grundlegende Neuausrichtung an, hielt dann aber am bisherigen Geschäftsmodell fest. Air Berlin sei mit den drei Segmenten Europa, Touristik und Langstrecke genau richtig positioniert.

Air Berlin ist seit Jahren finanziell in Turbulenzen. Neben einer Verkleinerung von Flotte und Flugangebot helfen millionenschwere Finanzspritzen des Großaktionärs Etihad der Airline. In den vergangenen Monaten strich die Fluggesellschaft 900 Stellen. Ende Oktober kündigte Prock-Schauer an, dass weitere 200 Stellen wegfallen.

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