Aids weitherhin präsent: Rund 500 neue
HIV-Infektionen in Österreich pro Jahr

Ein Drittel der Betroffenen kommt sehr spät zum Arzt Frauen besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe

Aids weitherhin präsent: Rund 500 neue
HIV-Infektionen in Österreich pro Jahr © Bild: APA/EPA/Barria

Aids ist allgegenwärtig. Auch wenn die Krankheit in Österreich normalerweise keine Schlagzeilen mehr macht, die Aids-HIV-Epidemie geht weiter: Vergangenes Jahr (2009) wurden in Österreich 507 neue Fälle einer derartigen Infektion erfasst. Man schätzt, dass derzeit rund 9.000 Menschen mit Aids/HIV in Österreich leben.

Ein Drittel der Betroffenen kommt erst sehr spät zum Arzt, zur Untersuchung und zu einer allfälligen Therapie. Das bedeutet aber auch, dass Kontaktpersonen der Betroffenen lange ein Infektionsrisiko haben. So lautet das Fazit einer Jahresbilanz des Instituts für Virologie in Wien in Sachen HIV/Aids.

"Daher besteht auch nach wie vor der Bedarf, bei der Bevölkerung ein besseres Risikobewusstsein bezüglich HIV zu wecken", forderten jetzt die Fachleute des Instituts in ihrem "Update" zur Immunschwächekrankheit im Jahr 2009.

Frauen besonders gefährdet
Zu gefährdetsten Bevölkerungsgruppen gehören die Frauen, die weltweit oft durch soziale Benachteiligung, sexuelle Diskriminierung und als Gewaltopfer ein besonderes Risiko aufweisen - und womöglich die Infektion auch an ihre Kinder weitergeben.

2008: Über 7.500 Betroffene in Europa
Im Jahr 2008 wurde bei 7.565 Menschen in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Aids diagnostiziert, sodass die Gesamtzahl der Diagnosen laut WHO mittlerweile auf 342.768 angestiegen ist. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen. Im gleichen Jahr wurden bei rund 51.600 Menschen in der Region eine HIV-Infektion neu diagnostiziert: Die jährliche Rate neuer HIV-Ansteckungen hat sich damit von 2000 bis 2008 mehr als verdoppelt.

(apa/red)