Aids-Konferenz vor der UN-Versammlung: Kdolsky über Betroffenheit der Frauen

Meeting soll Millennium-Entwicklungsziele bestimmen

Aids-Konferenz vor der UN-Versammlung: Kdolsky über Betroffenheit der Frauen © Bild: Reuters

Aids wird weltweit zunehmend eine Krankheit der Frauen. Generika bei den Aids-Medikamenten können zwar den Kreis der Behandelten erweitern helfen. In vielen Staaten mangelt es aber schlicht an der Infrastruktur, um die medizinische Hilfe an die Betroffenen heranzubringen. Dies erklärte Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky aus Anlass der derzeit stattfindenden UN-Aids-Konferenz in New York.

Das hochrangige Meeting vor der UN-Generalversammlung soll den Stand bei der Erreichung des Millennium-Entwicklungszieles bestimmen, das sich die UNO gesetzt hat: HIV/Aids, Malaria und andere weit verbreiteten Krankheiten sollen zum Stillstand gebracht werden.

Moderne Therapien
Davon ist die Welt allerdings noch einigermaßen weit entfernt. Die Ministerin: "In der industrialisierten Welt ist HIV/Aids durch die modernen Therapien - in Österreich hat jeder Betroffene Zugang zu den Medikamenten - zu einer chronischen Erkrankung geworden. Wir sind als Land in einer stabilen Position, auch wenn wir pro Jahr 370 bis 390 Neuinfektionen registrieren. Aber es ist auch eine gewisse Sorglosigkeit bei den Menschen bezüglich HIV und Aids eingetreten." Man rechnet in Österreich mit rund 9.000 HIV-Positiven.

Feminisierung der Pandemie
Auf der anderen Seite ist Aids in vielen Entwicklungsstaaten weiterhin eines der größten gesundheitlichen Probleme. Andrea Kdolsky: "Wir beobachten mit wachsender Sorge die "Feminisierung" dieser Pandemie in den Staaten der Subsahara (südliches Afrika, Anm.). Dort sind derzeit schon 61 Prozent der Menschen Frauen, die mit HIV leben. Immer mehr von ihnen, auch junge Mädchen, werden infiziert. Nur wenige Schwangere bekommen die Medikamente, mit denen man die Übertragung auf das Ungeborene verhindern kann. 80 Prozent der 'Aids-Waisen' leben in dieser Weltregion."

Um HIV/Aids weltweit wirklich unter Kontrolle zu bringen, müsste in den Entwicklungsländern ein ganzes Bündel an Maßnahmen gesetzt werden. Die Ministerin: "Nachahmepräparate - die bekannten Generika - haben es erlaubt, mehr Menschen in Therapie zu bekommen. Doch es geht auch darum, in den einzelnen Ländern eine entsprechende Akzeptanz zu schaffen. Es ist die Frage, wie die Menschen zum Beispiel in den Ländern der Subsahara überhaupt zu diesen Therapien kommen, wenn die Strukturen dafür fehlen."

Gespräche mit Hilfsfond
Die Ministerin führt in New York am Rande der Konferenz auch Gespräche mit Hilfsfonds, zum Beispiel mit der Bill Clinton Foundation, und wirbt daneben auch für Wien als Veranstaltungsort der 18. Welt-Aids-Konferenz im Sommer 2010. Österreich hat über die Entwicklungszusammenarbeit zwischen 2005 und 2007 rund fünf Millionen Euro für Projekte zur Bekämpfung übertragbarer Erkrankungen aufgewendet.

(apa/red)