Ahern-Partei gewinnt Wahlen in Irland:
Aber Koalitionsfrage wird problematisch

Wahlsieger schließt Bündnis mit Sinn Fein aus Progressive Demokraten erleiden schwere Schlappe

Ahern-Partei gewinnt Wahlen in Irland:
Aber Koalitionsfrage wird problematisch

Die Partei Fianna Fail des irischen Premierministers Bertie Ahern hat die Parlamentswahlen klar gewonnen. Nach dem vorläufigen Endergebnis wurde die bürgerliche Partei mit 41,6 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Damit kann Fianna Fail 78 Sitze im Parlament für sich beanspruchen, 83 wären für die absolute Mehrheit nötig. Die künftige Regierungsbildung war aber noch unklar, da der bisherige Koalitionspartner, die Progressiven Demokraten, mit nur 2,7 Prozent der abgegebenen Stimmen und nur noch zwei Abgeordneten im Parlament eine herbe Niederlage einstecken musste.

Der Vorsitzende der Progressiven Demokraten und stellvertretende Premierminister, Michael McDowell, übernahm persönlich die Verantwortung für das schlechte Abschneiden seiner Partei und kündigte seinen Rückzug aus der Politik an.

Aherns Fianna Fail, die sich im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren noch leicht verbessern konnte, übertraf mit ihrem Ergebnis überraschend auch das Oppositionsbündnis von Fine Gael und Labour um gut vier Prozentpunkte. Der amtierende irische Premierminister steht damit vor einer dritten Amtszeit. Ahern wäre der erste Premierminister seit dem Zweiten Weltkrieg, der dies geschafft hat.

Wahlsieger schließt Bündnis mit Sinn Fein aus
Nach dem Erfolg seiner Fianna Fail will Ahern mehrere Optionen zur Regierungsbildung in Betracht ziehen. Am wichtigsten sei für ihn, dass die Regierung glaubwürdig, langlebig und stabil sei, sagte Ahern dem Fernsehsender "Sky News".

Ein Bündnis mit den Grünen schloss Ahern nicht aus, sie seien eine "Erwägung". Eine Koalition seiner Zentrumspartei mit der Labour-Partei sei dagegen "weniger wahrscheinlich", doch denke er auch darüber nach. Ein Bündnis mit der Sinn Fein, die als politischer Arm der inzwischen aufgelösten Untergrundorganisation IRA gilt, werde es nicht geben, betonte der Premier.

Die größte Oppositionspartei Fine Gael erhielt nach Auszählung der meisten Stimmen 27,3 Prozent und macht damit Punkte im Vergleich zum desaströsen Ergebnis von 2002 gut. Ihr Bündnispartner Labour landete bei 10,1 Prozent. Die Grünen (4,7 Prozent) und die Sinn-Fein-Partei (6,9 Prozent), die als politischer Arm der inzwischen aufgelösten IRA gilt, blieben weit unter den erwarteten Ergebnissen und schafften den vorausgesagten Durchbruch nicht.

(apa/red)