Aggressiver Elch: Schwedische Möbelchefin will den österreichischen Markt aufmischen

Duphorn: "Ikea wird die Nummer eins in Österreich" Interview über Wachstum, Karriere und die Regierung

Aggressiver Elch: Schwedische Möbelchefin will den österreichischen Markt aufmischen

Seit einem Jahr ist die gebürtige Schwedin Helen Duphorn Herrin über die sechs österreichischen Ikea-Einrichtungshäuser. Im NEWS-Talk verrät die Top-Managerin, wie sie am heiß umkämpften heimischen Möbelmarkt die Führung übernehmen will. Duphorn über Wachstumsstrategie, Karrierechancen für Österreichs Frauen sowie ihre Wünsche an die neue Regierung.

NEWS: Frau Duphorn, wie ist das Jahr 2006 für Ikea Österreich gelaufen?
Duphorn: Wir waren sehr gut unterwegs. Das vergangene Geschäftsjahr haben wir mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 445,6 Millionen Euro abgeschlossen, und auch der Herbst und das Weihnachtsgeschäft liefen sehr gut. Das starke Umsatzplus zeigt, dass sich Ikea weit besser als der Markt mit seinem Wachstum von rund zwei Prozent entwickelt.

NEWS: Ist der heimische Möbelmarkt ein anderer als im übrigen Europa?
Duphorn: Ja, der österreichische Möbelmarkt ist härter. Es gibt wesentlich mehr Mitbewerb mit mehr Filialen. Im Moment sind wir Nummer drei. Aber unsere starke Konkurrenz ist gut, sie zwingt uns, schnell und wachsam zu sein. Langfristig gesehen, glaube ich, dass wir hier Nummer eins werden können.

NEWS: Derzeit gibt es sechs Ikea-Stores in Österreich. Sind neue geplant?
Duphorn: Wir wollen einen neuen Store in Klagenfurt eröffnen, dabei muss allerdings noch einiges geklärt werden. Insgesamt wollen wir bis 2010 ein bis zwei Stores mehr haben. Uns sind aber nicht nur die Einrichtungshäuser wichtig: Wir wollen auch das Homeshopping via Internet weiterentwickeln, weil wir glauben, dass es hier viel Potenzial gibt.

NEWS: Wie beurteilen Sie als Top-Managerin die Chancen in Österreich, als Frau Karriere zu machen?
Duphorn: Die Rahmenbedingungen sind nicht gerade frauenfreundlich: Frauen werden nicht ausreichend gefördert, und die soziale Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Wir bei Ikea versuchen dem entgegenzuwirken, indem wir Väterkarenz forcieren oder Job-Sharing für Managerposten anbieten. Ich glaube nicht an Frauenquoten, aber an aktive Unterstützung.

NEWS: Was wünschen Sie sich von der neuen Bundesregierung?
Duphorn: Ich wäre für klare, einheitliche Regelungen für den Handel. Derzeit gibt es zu viele lokale Unterschiede. Wenn eine Regierung das Wachstum unterstützen will, muss sie einheitliche Standards für das ganze Land schaffen.

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