Afrika will für Furore sorgen: Sechster
Startplatz bei WM 2010 als gemeinsames Ziel

Tolle Leistungen von 1990 und 2002 als Vorbild Eto'o glaubt an WM-Titel für Afrika in Deutschland

"United For Africa" - "Gemeinsam für Afrika" - ist nicht nur der Name einer Hilfsaktion für den Mutterkontinent, sondern auch das Motto der afrikanischen Teilnehmer an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Tunesien und die vier WM-Debütanten Angola, Elfenbeinküste, Ghana und Togo wollen mit guten Leistungen dafür sorgen, dass es bei der WM 2010 in Südafrika einen zusätzlichen sechsten Startplatz für Afrika gibt.

"Es ist wichtig, dass alle afrikanischen Teams in Deutschland ordentlich auftreten, weil nur so können wir um diesen sechsten Startplatz für die Endrunde 2010 bei der FIFA ansuchen. Wir spielen also nicht nur für Ghana oder Togo oder Tunesien, wir spielen für ganz Afrika", betonte Anthony Baffoe, ehemaliger ghanesischer Spitzenspieler und Ex-Kicker beim 1. FC Köln, im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur in Berlin.

Viertelfinale als bisher größter Erfolg
Das bisher wichtigste Kapitel in der afrikanischen Fußball-Geschichte schrieben die von Stürmerlegende Roger Milla angeführten "unbezähmbaren Löwen" aus Kamerun, die 1990 in Italien erst im WM-Viertelfinale nach Verlängerung von England gestoppt worden waren. Senegal hat diesen Erfolg zuletzt vor vier Jahren in Japan und Südkorea egalisiert. Daneben schafften noch Nigeria (1994, 1998) und Marokko (1986) den Sprung ins WM-Achtelfinale, ansonsten kam für afrikanische WM-Teams bisher stets in der Gruppenphase das Aus.

"Kamerun - das waren die Pioniere, die haben uns die Türen geöffnet", bekräftigte Baffoe. "Hoffentlich gelingt es jetzt einem weiteren afrikanischen Team, in diese Fußstapfen zu treten." Und Barcelonas Superstar Samuel Eto'o, der nach WM-Teilnahmen 1998 und 2002 mit Kamerun sowie dem Champions-League-Triumph mit "Barca" nun bei der WM nur Zuschauer ist, ging sogar noch einen Schritt weiter: "Roger Milla ist der afrikanische Pele. Er war mein großes Vorbild, als ich als kleines Kind mit dem Fußballspielen begonnen habe. Er ist für mich der beste Spieler aller Zeiten."

Eto'o glaubt an afrikanischen Titel
Trotz der Tatsache, dass Afrika neben dem vierfachen WM-Teilnehmer Tunesien gleich vier Debütanten ins Rennen schickt und die Top-Nationen Kamerun und Nigeria fehlen, glaubt Eto'o, dass sein Kontinent einen neuen Meilenstein in Deutschland setzen kann. "Alle afrikanischen WM-Teilnehmer haben das Zeug, ins Achtelfinale zu kommen, sie können sogar den Titel in Deutschland holen", lautete die WM-Prognose des 25-jährigen Ausnahmespielers im Gespräch mit der APA.

Milla zurückhaltend
Der von seinen afrikanischen Kicker-Kollegen kollektiv als "Pele" und "Botschafter" für den afrikanischen Fußball geadelte Milla ("Das ehrt mich ungemein, dass ich auf eine Stufe mit Pele gestellt werde") hielt sich mit solchen Aussagen in der deutschen Hauptstadt, wo am 9. Juli das große Finale steigt, zurück. "Um Weltmeister zu werden, muss einfach alles passen - die Physis, die Psychologie, die Organisation", meinte der 54-Jährige, der 1994 in den USA mit seinem Treffer beim 1:6 gegen Russland im Alter von 42 Jahren zum bisher ältesten Torschützen der WM-Geschichte avancierte. "Nur wenn all diese Bereiche zu 100 Prozent ausgeschöpft bzw. abgerufen werden können, kann ein Team den WM-Titel holen. Man wird also sehen, ob eine afrikanische Mannschaft schon so weit ist."

(apa/red)