Afghanistan: Unter den 75 Toten beim Anschlag auf Parlamentarier sind 59 Kinder

Kinder wollten Parlamentsdelegation begrüßen Taliban weisen Verantwortung für Anschlag zurück

Afghanistan: Unter den 75 Toten beim Anschlag auf Parlamentarier sind 59 Kinder

US-geführte Koalitionstruppen haben in der südafghanischen Provinz Helmand versehentlich zwei Kinder und eine Frau getötet. Laut Militärangaben wurden sie bei einer Operation gegen Extremisten mit Taliban-Verbindungen getötet. Mehrere Aufständische hatten sich in einem Gebäude verschanzt, das die Soldaten mit einer Granate angriffen. In den Trümmern des Hauses fand man die Leichen der Zivilisten.

Der afghanische Präsident Karzai hatte die USA zuletzt wegen der hohen Zahl ziviler Opfer um eine Verringerung ihrer Luftangriffe gegen Aufständische gebeten. In dem zerstörten Gebäude wurden auch die Leichen von 15 Rebellen geborgen.

Auch vier Polizisten getötet
In der Nähe der Stadt Ghazni starben bei einem Angriff von Taliban -Aufständischen auf einen Sicherheitsposten vier Polizeibeamte. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt. Die Taliban bekannten sich zu der Attacke. Bei dem folgenschwersten Taliban-Angriff auf die NATO-geführte Schutztruppe ISAF seit Monaten waren am Wochenende im Osten des Landes sechs ausländische Soldaten getötet worden.

Afghanistan von ausländischen Truppen abhängig
Durch die US-geführte Militärinvasion 2001 war das Mitte der 1990er-Jahre an die Macht gekommene fundamentalistische Taliban-Regime gestürzt worden. Die Regierung des Präsidenten Karzai ist von der Hilfe von 40.000 ausländischen Soldaten abhängig. US- Verteidigungsminister Gates hatte die europäischen NATO-Partner zuletzt wegen ihrer Zurückhaltung bei der Entsendung zusätzlicher Truppen nach Afghanistan kritisiert. (APA/red)