Afghanistan-Einsatz der UNO verlängert:
Sicherheitsrat besorgt über Gewaltanstieg

Vorschlag wurde mit 14 zu 0 Stimmen angenommen Russland hat sich bei der Abstimmung enthalten

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Verlängerung des internationalen Afghanistan-Einsatzes um ein Jahr beschlossen. Einen entsprechenden Resolutionstext hatte Frankreich eingebracht. Er wurde 14 zu null Stimmen angenommen. Russland enthielt sich. Die 15 Ratsmitglieder wollten die Verlängerung noch vor der für Sonntag nach New York einberufenen Sondersitzung zur Förderung der nationalen Aussöhnung in Afghanistan unter Dach und Fach sehen.

Die Entschließung drückt die Besorgnis der Ratsmitglieder über die "zunehmenden Gewalttätigkeiten und terroristischen Umtriebe seitens der Taliban, Al Kaidas, illegal bewaffneter Gruppen und Rauschgifthändlern" aus. In der Resolution werden Angriffe auf Zivilpersonen und Mitglieder der afghanischen und internationalen Streitkräfte verurteilt. Die Ratsmitglieder äußern ihre Besorgnis über die Folgen der Gewaltakte und Terroranschläge für die Fähigkeit der afghanischen Regierung, die Gesetzlosigkeit im Land zu beenden und für die Versorgung der Bürger zu sorgen.

Besonders besorgt zeigt sich der Sicherheitsrat über die Verbindungen zwischen Terroraktivitäten und illegalen Drogen, die eine Bedrohung für die Bevölkerung, der Staatssicherheit und der militärischen und zivilen Mitglieder der internationalen Afghanistan-Sicherheitstruppe ISAF darstellten. Die afghanische Armee und Polizei müssten gestärkt, illegal bewaffnete Gruppen aufgelöst werden.

Eine internationale Streitmacht unter amerikanischer Führung hatte das Taliban-Regime, das Mitgliedern der Al Kaida Bewegung Zuflucht gewährte, nach dem Terrorangriffen vom 11. September 2001 gestürzt. Die Regierung in Kabul kann sich auch heute nur mit Hilfe einer aus 40.000 Soldaten bestehenden internationalen Sicherheitstruppe im Sattel halten, die dafür aber einen zunehmenden Blutzoll leisten muss. Nur heuer sind bei den Gewalttätigkeiten tausende von Menschen ums Leben gekommen.

Den Vorsitz der UNO-Sondersitzung soll UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon führen. Afghanistans Präsident Hamid Karzai ist Vizevorsitzender. Mit dieser Sitzung wolle die Völkergemeinschaft bekräftigen, dass sie weiterhin bereit sei, Afghanistan zu unterstützen, sagte der amerikanische UNO-Botschafter und gebürtige Afghane Zalmay Khalidzad. Auf der Tagesordnung der Sitzung stünden die Sicherheitslage, der Handel mit illegalen Drogen und regionale Kooperation.

Ban sagte vor Journalisten, er wolle die stärkere Rolle der Weltorganisation in Afghanistan in den Mittelpunkt der Sitzung rücken, auch über eine bessere Koordinierung der verschiedenen politischen Gruppen und die Förderung des nationalen Dialogs soll geredet werden. (apa/red)