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Betrunken bei Amoklauf?

Widersprüchliche Aussagen zu Motiven. Anwalt nennt Verletzung eines Kameraden

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    Proteste in Afghanistan nach dem Amoklauf eines US-Soldaten

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    Proteste in Afghanistan nach dem Amoklauf eines US-Soldaten

Zu den Motiven des US-Soldaten, der bei einem Amoklauf in Afghanistan 16 Zivilisten getötet haben soll, gibt es widersprüchliche Angaben. Während die "New York Times" berichtete, der Unteroffizier habe unter Alkoholeinfluss und Stress gestanden und häusliche Probleme gehabt, nannte sein Anwalt als Motiv, dass der 38-Jährige am Tag davor mit ansehen müssen habe, wie einem Freund das Bein weggerissen wurde.

Der Unteroffizier habe im Zusammenhang mit seinem vierten Kampfeinsatz unter Stress gestanden und wegen der Einsätze auch Probleme mit seiner Frau gehabt, berichtete die "New York Times" ."Am Ende wird es eine Kombination aus Stress, Alkohol und häuslichen Problemen sein - er ist einfach ausgerastet", zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter, der dem Bericht zufolge über die Untersuchungsergebnisse informiert wurde.

Anwalt nennt anderes Motiv
Der Anwalt des mutmaßlichen Amokläufers, John Henry Browne, wies hingegen Ehe- und Alkoholprobleme seines Mandanten als Motiv zurück. Browne nannte vielmehr als mögliches Motiv, dass der 38-jährige Unteroffizier am Tag davor mit ansehen müssen habe, wie einem Freund bei einer Explosion das Bein weggerissen wurde. Der Anwalt sagte, die Familie des Beschuldigten habe ihm diese Details genannt.

Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Browne sagte, der Zwischenfall habe alle Soldaten in dem kleinen Stützpunkt in der Provinz Kandahar erschüttert. "Sein Bein wurde weggesprengt, und er stand neben ihm", sagte der Anwalt, der sich in den USA als Verteidiger des Serienmörders Ted Bundy und eines Diebs, der als "Barfuß-Bandit" bekannt wurde, einen Namen gemacht hat.

Soldate wollte nicht mehr in den Krieg ziehen
In den Militärakten seines Mandanten gebe es keine Vermerke über Fehlverhalten, sagte Browne. Der Mann, dessen Namen er um der Sicherheit von dessen Familie willen nicht nennen wollte, sei dreimal im Irak gewesen und dabei zweimal verwundet worden. Afghanistan sei sein vierter Auslandseinsatz gewesen. "Er war nicht begeistert über eine weitere Stationierung", sagte Brown. "Ihm wurde gesagt, er werde nicht wieder hingeschickt und dann wurde ihm gesagt, er habe zu gehen." Der 38-jährige sei verheiratet und habe zwei Kinder. Die Familie sei "total geschockt" von der Tat. "Er hat nie etwas Feindseliges gegen Muslime geäußert. Er ist im allgemeinen sehr sanft", sagte Browne.

Nach seinen Angaben soll der mutmaßliche Amokschütze bereits in Kürze in die USA gebracht werden, vermutlich nach Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas. Er war Medienberichten zufolge bereits von Afghanistan aus auf eine US-Militärbasis in Kuwait gebracht worden.

Kommentare

Sorry? Betrunken? Das ist keine Entschuldigung! Hiesige U-Bahntotschläger sind nicht mal betrunken, sondern haben noch Spass an der Sache.

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