Affären und Versäumnisse von Ministern: Blair kommt immer weiter in Bedrängnis!

Umfragewerte des Premiers fallen in Umfragetief Konservative sehen "Regierung im Zerfall"

Der britische Premierminister Blair kommt wegen Affären und Versäumnissen seiner Minister immer weiter in Bedrängnis. Die Umfragewerte des Regierungschefs fielen Sonntag so tief wie seit seinem Antritt als Labour-Chef im Jahr 1994 nicht mehr. 64 Prozent der Briten glauben inzwischen, Blair mache schlechte Arbeit, wie aus einer Umfrage im Auftrag der "Sunday Times" hervorgeht.

Blair gab seinem Innenminister Charles Clarke nach einer schweren Justizpanne nur halbherzig Rückendeckung. Gesundheitsministerin Patricia Hewitt wird weiter von Ärzten und Krankenschwestern scharf angegriffen. Vizepremier John Prescott ist wegen einer angeblichen Sex-Affäre mit seiner Sekretärin unter Druck. Bei Verteidigungsminister John Reid wurde eine kleine Menge an Cannabis gefunden.

Wie eine Umfrage im Auftrag des "Sunday Express" ergab, sind nun die Konservativen mit 29 Prozent populärer als Blairs Labour-Partei mit 27 Prozent. 22 Prozent der Befragten gaben die Liberalen als die von ihnen bevorzugte Partei in Großbritannien an.

Clarke hatte zugegeben, dass mehr als tausend Straftäter, die nach ihrer Haftstrafe eigentlich hätten ausgewiesen werden sollen, wegen Verwaltungsfehlern auf der Insel geblieben sind, darunter Schwerkriminelle. Am Freitag wurde öffentlich, mehrere der Straftäter hätten nach der Freilassung in Großbritannien wieder schwere Straftaten begangen, darunter Körperverletzungen und Drogendelikte. Die Opposition forderte mehrfach den Rücktritt Clarkes.

(apa/red)