Ärztekammer und SVA finden Einigung: Konsens mit Ärzten beim Heurigen erzielt

Vertragsloser Zustand für Selbstständige zu Ende Gremien beider Seiten nicken Honorarvertrag ab

Ärztekammer und SVA finden Einigung: Konsens mit Ärzten beim Heurigen erzielt © Bild: APA/Fohringer

Der vertragsfreie Zustand für die Selbstständigen ist ab sofort zu Ende. Ärztekammer und die Sozialversicherung der Gewerbetreibenden haben sich auf einen neuen Honorarvertrag geeinigt, der rückwirkend mit 1. Juni wirksam sein soll. Nach dem SVA-Vorstand hat nun auch die Ärztekammer dem Kompromiss zugestimmt.

Der Konsens wurde in einer rund siebenstündigen Verhandlungsrunde zwischen SVA-Obmann und Wirtschaftskammerpräsident Leitl und seinem Stellvertreter Martin Gleitsmann sowie Ärztekammerpräsident Dorner und dessen Stellvertreter Günther Wawrowsky bei einem Wiener Heurigen erzielt.

Trotz der im Vorfeld geäußerten Kritik und Skepsis mehrerer Ländervertreter habe es in der Bundeskurie der Niedergelassenen Ärzte eine klare Mehrheit gegeben, hieß es am inder Ärztekammer. Der SVA-Vorstand hatte den neuen Vertrag bereits tags zuvor einstimmig akzeptiert. Möglichst ab sofort werden die Vertragsärzte auch von den rund 675.000 SVA-Versicherten wieder die E-Card akzeptieren.

Gesamtvertrag geplant
In Kraft getreten ist der neue Vertrag bereits rückwirkend mit 1. Juni. Er bringt den Hausärzten eine Steigerung ihrer Honorare um vier Prozent und im Gegenzug eine Senkung der Labortarife um 22 Prozent. Zudem ist ab 2012 ein neuer Gesamtvertrag geplant, der für die Patienten vor allem ein neues Vorsorgemodell bringt, womit ihnen die Hälfte ihres 20-prozentigen Selbstbehaltes erlassen wird, wenn sie gewisse, mit dem Arzt vereinbarte Gesundheitsziele erreichen. Ab 2012 ist für chronisch Kranke vorgesehen, dass sie sich bei einem "Vertrauensarzt" einschreiben, der sie dann als "Coach" im Gesundheitssystem begleitet.

Gesundheitsminister Stöger sprach in einer ersten Reaktion von einem "Riesenerfolg für die Versicherten". Die Solidarität sei damit gewachsen, waren sich er und der Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, einig. Es gehe um mehr Gleichheit im Gesundheitswesen, Österreich sei "Weltmarktführer", betonte Stöger.

Kritik der Grünen
Der Grüne Sozialsprecher Öllinger fordert indes die Zerschlagung der österreichweit agierenden berufsständischen Krankenkassen. Aus Sicht des Grünen-Politikers könnte man auch mit neun Gebietskrankenkassen das Auslangen finden, die ohnehin bessere Leistungen für weniger Geld anbieten würden. Außerdem verlangt Öllinger von der SVA die Rückabwicklung der seit 1. Juni von den Patienten in Bar vorgestreckten überhöhten Honorare und bietet den Versicherten eine Art Ombudsmann-Funktion an.

(apa/red)

Kommentare

Da sieht man wieder einmal dass diese Grünen absolut nicht wählbar sind. So Viel Topfen und Unsinn was der Öllinger hier verzapft ist unerträglich.
Die Krankenkassensysteme sind so verschieden, dass hier schlicht und einfach nie und nimmer eine Zusammenlegung klappen kann. Lassen Sie sich dass von einem Angestellten einer Krankenkasse sagen. Und so was ist Sozialsprecher einer Partei.Dummheit muß ganz schön weh tun

Bei einem Glaserl Wein Wird letztendlich der trinkfestere – gehe davon aus das das der Ärztekammerpräsident war - gesagt haben „ scheiß Dich nicht an, is ja eh das Geld der versicherten und nicht deines“ hahaha Prost.

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