Ärzte schlagen Alarm: 50% der Frauen sterben an Herz-Kreislauferkrankungen...

Symptome werden bei ihr oft viel zu spät erkannt Vorzeichen: Würgegefühl, Schweißausbruch, Übelkeit

Über 50 Prozent der Frauen sterben an Herz-, Gefäß- und Kreislauferkrankungen. Was Österreichs Herzspezialisten noch zu schaffen macht, ist, dass "die Symptomatik bei Frauen im Gegensatz zu Männern nicht so klar ist und auch von den Ärzten nicht immer frühzeitig erkannt wird", stellte der Herzspezialist Dietmar Glogar bei einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft im Salzburger Kongresshaus fest.

Das Thema "Frau in der Kardiologie" ist einer von mehreren Schwerpunktbereichen, denen sich insgesamt 600 Ärzte aus ganz Österreich bis Samstag widmen. Der Anteil der Frauen an Patienten, die in den Krankenhäusern nach einem Herzinfarkt behandelt werden, liegt derzeit bei 20 bis 25 Prozent, sagte der Wiener Kardiologe. Einige wesentliche Gründe dafür: Dass Atembeklemmungen, Würge-Gefühle, Schweißausbrüche, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden Vorzeichen eines Herzinfarktes bei Frauen sind, sei noch zu wenig bekannt.

Männer sterben auch am Herzinfarkt, aber später
Im Endeffekt sterben aber gleich viele Frauen wie Männer an einem Herzinfarkt, sie sind allerdings um einige Jahre älter und bereits schwerer erkrankt, ergänzten die Wiener Kardiologen Georg Gaul und Helmut Baumgartner. Zudem seien wissenschaftliche Untersuchungen von therapeutischen Möglichkeiten bisher überwiegend an Männern durchgeführt worden, "geschlechterspezifische Unterschiede wurden häufig vernachlässigt". Die Kardiologische Gesellschaft hat eine eigene "Task Force Gender Kardiologie" gegründet, um sich diesen Fragenstellungen besonders anzunehmen.

Jeder 10. stirbt...
Zudem soll in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für Herzkrankheiten erhöht werden. "Der Patient muss so rasch wie möglich zum Telefonhörer greifen. Jeder Zehnte, der mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht wird, stirbt." Nach der "Aufklärungsaktion" soll es nur mehr jeder Zwanzigste sein, hoffen die Ärzte. Jährlich sterben 12.000 bis 14.000 Patienten in Österreichs Spitälern an einem Herzinfarkt. Rund 4.000 Menschen haben schon vor der Einlieferung einen plötzlichen Herztod erlitten.
(apa/red)