Schneiders Rat von

Ängste

So schlimm war's doch gar nicht

Schneiders Rat - Ängste © Bild: Privat

Als mir ein Kollege vor etwas mehr als einem Jahr empfohlen hat, mit dem Reiten zu beginnen, um meine Angst vor Tieren und parallel dazu auch Stress abzubauen - da war meine größte Angst immer die, irgendwann vom Pferd zu fallen. Bis letzte Woche. Da ist es nämlich passiert. Ich durfte das erste Mal in diesem Jahr auf der Außenfläche des Gestüts reiten. Was bei uns in Salzburg immer unglaublich schön ist - mit Blick auf die Festung. Bis eine Gruppe kleiner, von den Pferden hoch faszinierter Kinder gekommen ist und mein Pferd durch ihr bewunderndes und mädchenhaft lautes Gekichere verschreckt hat und das Tier durchgegangen ist. Mit mir auf dem Rücken. Rücksichtsvollerweise hat "Soraya" aber einen so großen Sprung nach oben gemacht, bevor sie dann losgaloppiert ist, dass ich gleich einmal heruntergefallen bin. Und siehe da - es war überhaupt nicht schlimm. Ich bin von einem doch großen Pferd mit voller Wucht seitlich abgestürzt und hatte, außer ein paar Gelenkschmerzen, nicht einmal einen blauen Fleck - was mich bis heute fasziniert, da ich ja doch voll auf dem (Sand-)Boden aufgeprallt bin.

Nach meinem ersten Schock - dem Wegputzen vom Sand und dem Geraderücken meines Reithelms - bin ich dann sogar wieder aufgestiegen. Was, denke ich, auch die Erklärung dafür ist, dass ich keinen blauen Fleck bekommen habe. Weil mir das Blut ganz einfach in den Adern stockte. Aber es ging alles gut und ich bin wieder meine Runden geritten, (fast) als ob nichts gewesen wäre. Warum ich Ihnen das erzähle? Ganz einfach: Weil es überhaupt nicht schlimm ist, wenn die Dinge, vor denen wir wirklich Angst haben, irgendwann tatsächlich passieren. Die Angst davor ist nämlich ausschließlich in unserem Kopf. In der Praxis sehen die Dinge dann oftmals, bis eigentlich immer, komplett anders aus. Nämlich viel weniger schlimm. Im Nachhinein betrachtet, hat mir der Sturz vom Pferd aus psychologischer Sicht enorm gutgetan. Weil ich gelernt habe, dass manche Dinge nun mal eben passieren. Wenn man sich dann aber wieder aufrichtet und im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufs Pferd setzt, ist doch alles nur noch halb so schlimm.

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