Ägyptens Ex-Präsident fleht um Gnade: Mubarak will Volk um Verzeihung bitten

Ex-Staatschef plant rührseelige Audio-Botschaft Will sich mit bescheidener Pension zufriedengeben

Ägyptens Ex-Präsident fleht um Gnade: Mubarak will Volk um Verzeihung bitten © Bild: Reuters

Der ägyptische Ex-Präsident Hosni Mubarak will angeblich um Gnade für sich und seine Familie bitten. Außerdem sei der entmachtete Staatschef dabei, eine Audio-Botschaft aufzunehmen, die er über ägyptische und arabische Sender verbreiten lassen will. Darin bitte er die Bevölkerung für jegliches Unrecht um Verzeihung, auch im Namen seiner Familie, berichtete die Kairoer Tageszeitung "Al-Shorouk".

In dieser Botschaft wolle Mubarak, der fast 30 Jahre lang Präsident von Ägypten war, an seine früheren Verdienste als Soldat erinnern. Außerdem werde er versprechen, im Falle einer Amnestie den gesamten Besitz seiner Familie dem Staat zu überschreiben und sich mit einer bescheidenen Pension zufriedenzugeben, hieß es.

Begnadigung durch Militärrat?
Nach Einschätzung des Blattes könnten Mubarak und seine Ehefrau Suzanne, gegen die ebenfalls wegen Korruption ermittelt wird, möglicherweise vom Militärrat begnadigt werden. Der Rat hatte nach Mubaraks Abgang am 11. Februar die Macht übernommen. Die Chancen, dass auch die Söhne Alaa und Gamal davonkommen, stünden jedoch schlecht, hieß es. Die Söhne sitzen beide wegen des Verdachts der illegalen Bereicherung in Untersuchungshaft.

Hosni Mubarak und seine Ehefrau sind formal auch Untersuchungshäftlinge. Sie werden jedoch aus gesundheitlichen Gründen bisher in einem Krankenhaus in Sharm el Sheikh vernommen.

Mehrere arabische Herrscher aus den Golfstaaten wollen verhindern, dass Mubarak vor Gericht gestellt wird. In den vergangenen Wochen kursierte in Ägypten sogar das Gerücht, Saudi-Arabien habe mit der Ausweisung aller ägyptischen Arbeiter gedroht, falls Mubarak ins Gefängnis gesteckt werden sollte. Dem Ex-Präsidenten wird unter anderem vorgeworfen, er habe sich illegal bereichert. Außerdem soll seine Rolle bei den blutigen Attacken auf die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz Anfang Februar untersucht werden.

(apa/red)