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Ägypten: Armeechef soll
für Präsidentenamt kandidieren

Militär gibt grünes Licht - Al-Sisi gilt seit Mursi-Sturz als stärkster Mann

ÄGypten: Armeechef Abdel Fattah al-Sisi will für das Amt des Präsidenten kandidieren. © Bild: REUTERS/Stringer

Nachdem Ägypten eine neue Verfassung angenommen hat, wird nun darüber spekuliert, wer das neue Staatsoberhaupt wird. Armeechef Abdel Fattah al-Sisi hat bereits einen entscheidenden Schritt auf dem Weg an die Staatsspitze gemacht. Die Armeeführung, deren oberster Vertreter al-Sisi ist, gab am Montag erwartungsgemäß grünes Licht für eine Präsidentschaftskandidatur des 59-Jährigen, wie die Nachrichtenagentur Mena meldete.

Kurz zuvor war er noch zum Feldmarschall ins höchste militärische Amt des Landes befördert worden. Laut Mena wollte al-Sisi dem Volk seine "definitive Entscheidung" in den "kommenden Stunden" mitteilen. Es wurde weithin mit einer Zusage al-Sisis gerechnet. Als nächstes müsste er dann als Offizier zurücktreten, denn laut Verfassung muss der Präsident ein Zivilist sein.

Der starke Mann

Al-Sisi gilt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli 2013 als der wahre starke Mann in Ägypten. Zuletzt bekleidete er neben dem Amt des Armeechefs in Personalunion die Posten des Verteidigungsministers und des Vizeregierungschefs. Sein Einfluss war damit enorm, denn die ägyptische Armee ist ein gewaltiger Machtfaktor im Staat am Nil.

In den Streitkräften erklomm al-Sisi am Montag höchste Höhen: Der von ihm eingesetzte Interimspräsident Adli Mansur ernannte ihn zum Feldmarschall. Beobachter werteten die Beförderung als Abschiedsgeschenk an einen scheidenden Armeeführer.

Die Auszeichnung sei "nicht nach einem großen militärischen Sieg" erfolgt, sagte Nahostspezialist Karim Bitar vom Institut für internationale und strategische Beziehungen (IRIS) in Paris. Das bedeute, dass die "aktuelle Repression im Zuge des 'Kriegs gegen den Terrorismus' wie ein Triumph auf dem Schlachtfeld gewertet wird".

Hartes Vorgehen gegen Muslimbrüder

Die ägyptische Führung und die Armee gehen mit aller Härte gegen die von der Macht verdrängten Muslimbrüder vor, aus denen der von der Armee gestürzte Präsident Mursi hervorging. Mursi war der einzige bisher demokratisch gewählte Staatschefs Ägyptens.

Mursi war am 3. Juli von der Armee entmachtet worden. Im Dezember erklärte das Militär die Muslimbruderschaft zur "terroristischen Organisation". Seit Mursis Sturz wurden in Ägypten bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mehr als tausend Menschen getötet und nahezu die vollständige Führungsriege sowie tausende Anhänger der Muslimbrüder festgenommen. Ägyptens Übergangsbehörden werfen der Muslimbruderschaft unter anderem vor, islamistische Rebellenmilizen auf der chronisch unruhigen Sinai-Halbinsel zu finanzieren und auszubilden.

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