Militärputsch von

"Freitag der Wut" in Ägypten

Islamisten rufen zu neuen Demonstrationen auf - Österreich rät von Reisen ab

Die blutigen Proteste in Ägypten gehen weiter. © Bild: REUTERS/Louafi Larbi

Ägypten droht ein "Freitag der Wut" mit neuem Blutvergießen. Zwei Tage nach Beginn der blutigen Unruhen in Ägypten ist es bei Protesten von Islamisten erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben in Ismailiya vier Menschen. Dutzende Verletzte gab es in der Provinzstadt Tanta. In einem Vorort von Kairo griffen vier bewaffnete Männer eine Straßensperre an und erschossen einen Angehörigen der Sicherheitskräfte.

Nach dem Freitagsgebet demonstrierten landesweit Zehntausende von Anhängern des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi gegen Polizeigewalt. Einige von ihnen trugen Bilder von Mursi. Die Armee sperrte in der Hauptstadt Kairo, wo am Freitag auch zahlreiche Opfer des Blutbads vom Mittwoch zu Grabe getragen wurden, mehrere Straßen und Plätze ab. Sie hielt sich jedoch von den Versammlungsorten der Islamisten fern.

Die Muslimbrüder und andere islamistische Parteien hatten ihre Anhänger zu einem "Freitag der Wut" aufgerufen. Am Mittwoch hatte die Polizei zwei Protestlager der Islamisten in Kairo gestürmt. Dabei und während der anschließenden Unruhen in mehreren Provinzen starben mehr als 600 Menschen.

Bürgerwehren formieren sich

In vielen Straßen der Hauptstadt fanden sich in der Nacht an den Hauseingängen sogenannte Bürgerwehren zusammen, um Plünderer abzuschrecken. Die Protestbewegung "Tamarud", die die Massenkundgebungen gegen den inzwischen gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi organisiert hatte, rief die Bevölkerung über das Staatsfernsehen dazu auf, ihre Häuser, Moscheen und Kirchen selbst vor möglichen Attacken der Islamisten schützen.

In mehreren Landesteilen gilt der Notstand. Die Polizei verhaftete vor Beginn der Proteste vier führende Mitglieder der Bruderschaft, wie das Nachrichtenportal youm7 meldete.

Die Regierung in Kairo verteidigte ihr hartes Vorgehen gegen internationale Kritik und sprach von terroristischen Handlungen. US-Präsident Barack Obama hatte die Maßnahmen scharf verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat rief alle Parteien auf, die "Aggressionen" einzustellen, die Regierungen der 28 EU-Staaten wollen möglichst rasch eine gemeinsame politische Haltung zur Krise in Ägypten finden. Ob es ein Sondertreffen der EU-Außenminister gibt, wird nach Angaben von Diplomaten in Brüssel voraussichtlich Anfang der Woche entschieden.

5.000 Österreicher auf Ägypten-Urlaub

Während die deutsche Regierung angesichts der blutigen Unruhen ihre Reisewarnung am Freitag auch auf die Badeorte am Roten Meer ausgedehnt hat, will man in Wien noch abwarten. "Wir raten seit langem von nicht unbedingten Reisen nach Ägypten ab", erklärte der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Nikolaus Lutterotti. Zwei in die Touristenzentren Sharm el Sheikh und Hurghada entsendete Teams sollen dort die Lage evaluieren, sollte es zu einer Verschlechterung der Lage kommen, werde man "weitere Schritte in Richtung Reisewarnung setzen". Derzeit halten sich nach Angaben von Reiseveranstaltungen rund 5.000 Österreicher auf Urlaub in Ägypten auf.

Kommentare

"Die USA wurden für ihre Haltung zur Absetzung Mursis kritisiert: "Shame on you Obama." wurde in Wien skandiert beieiner Ägypten-Demo.
Diese Kritiker der USA sind genau jene Extremisten, die vorher in ihren Ländern Flaggen von den USA, Österreich, Israel etc. verbrannten und Hassparolen von sich gaben. Heute kommen sie nach Europa als Scheinasylanten angekrochen und erhalten noch Sozialhilfegeld

Wer jetzt dort urlaubt ist selber schuld, da braucht man nicht groß und wichtig Warnungen ausgeben!

Diese Armee wird seit 1979 von den USA nur aufgerüstet und ausgehalten, damit sie die ägyptische Bevölkerungsmehrheit unterdrückt, die den charakterlosen Separatfrieden von Camp David 1979 nie wollte, der Israel dann den Rücken für die Siedlungspolitik frei hielt und zur Brutalität gegenüber den Ureinwohnern von Palästina ermunterte.
Jetzt zur Gewaltlosigkeit aufzurufen ist ein Versuch den Militärputsch abzusichern. Man hat schon ein Parlament aufgelöst und einen mit breiter Mehrheit gewählten Präsidenten abgesetzt, die Zeit der Gegenwehr ist gekommen, ansonsten drohen der Bevölkerung Unterdrückungszustände wie in Algerien seit 1993

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