Ägypten von

Militär prügelt entblößte Frau

Gewalt gegen Demonstranten geht weiter - Übergriffe gegen Frauen mehren sich

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    In Ägyptens Hauptstadt Kairo ist die Gewalt neu entflammt. Zuletzt wurden vermehrt auch Frauen Opfer brutaler Attacken durch das Militär. Im Bild wird eine verschleierte Frau bis auf den BH entblößt und mit Schlägen traktiert.

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    Ein Demonstrant wird von Sicherheitskräften in die Mangel genommen.

Die Gewaltspirale in Ägypten dreht sich seit Tagen unaufhörlich weiter: Sicherheitskräfte sind auch am Dienstag wieder mit Schusswaffen, Schlagstöcken und Tränengas gegen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo vorgegangen. Für weltweite Empörung sorgt vor allem eine brutale Attacke auf eine verschleierte Frau, die bis auf den BH entblößt und mit mehreren Schlägen traktiert wurde.

Der Übergriff gegen die Demonstrantin scheint kein Einzelfall zu sein. Auf anderen Bildern in sozialen Netzwerken im Internet ist beispielsweise zu sehen, wie ein Militärpolizist eine weinende ältere Frau mit einem Schlagstock bedroht.

"Schande über den Staat"
Auch in den USA zeigt man sich zutiefst empört über das Verhalten des Militärs. Die "systematische Erniedrigung ägyptischer Frauen" entehre die Revolution, bringe "Schande über den Staat" und sei "einem großen Volk nicht angemessen", sagte Außenministerin Clinton in ungewöhnlich kritischen Worten in einer Rede an der Georgetown University in Washington.

Clinton sprach von einem "entsetzlichen Missbrauch". "Journalistinnen wurden sexuell belästigt, und jetzt werden Frauen angegriffen und geschlagen." Obwohl sich die Frauen genauso in der Revolution engagiert hätten wie Männer, würden sie nun von der Macht ausgeschlossen und zudem noch erniedrigt. Es handle sich um "kriminelles" Verhalten, das in Ägypten thematisiert werden müsse, sagte Clinton.

Ein Aktivist berichtet: "Sie haben Jagd auf Demonstranten gemacht und alles verbrannt, was ihnen im Weg war - auch Medikamente und Decken". Demonstranten hatten versucht, eine Mauer einzureißen, die das Parlament von dem Platz abschirmt. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte beschuldigte Aktivisten, das Parlament zerstören zu wollen.

Militärrat entschuldigt sich
Nach der internationalen Kritik am brutalen Vorgehen der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen Frauen hat sich der Oberste Militärrat für die Vorfälle entschuldigt. Die Armee werde die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte der Rat am Dienstagabend. Einige Stunden zuvor demonstrierten in Kairo etwa 2000 Frauen gegen die Übergriffe.

Kairo erlebt seit Freitag die schwersten Zusammenstöße seit dem Volksaufstand, der im Februar zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak führte. Nach Angaben von Ärzten starben bisher 14 Menschen. Die Demonstranten protestieren für einen schnelleren Übergang zu einer Zivilregierung.

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