Adrian Nastase von

Selbstmordversuch

Ex-Premier wollte sich nach seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe das Leben nehmen

Adrian Nastase - Selbstmordversuch © Bild: APA/EPA/Barbu

Der rumänische Ex-Premierminister Adrian Nastase von den Sozialdemokraten (PSD) befindet sich nach seinem Selbstmordversuch in der Nacht auf Donnerstag außer Lebensgefahr. Nachdem ihn der Oberste Gerichtshof am Mittwoch zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt hatte, versuchte Nastase vor seiner Überstellung ins Gefängnis, sich mit seinem Revolver das Leben zu nehmen, konnte aber von den anwesenden Polizisten daran gehindert werden.

Nastases Anwalt Ion Cazacu kündigte an, einen Antrag auf Unterbrechung beziehungsweise Verschiebung der Haftstrafe aus gesundheitlichen Gründen stellen zu wollen. Einem derartigen Antrag kann laut Gesetz ein einziges Mal stattgegeben werden, dies ermöglicht eine Verschiebung um maximal drei Monate. Zudem beabsichtigen die Anwälte, Nastases Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu bringen.

Kugel verfehlte lebenswichtige Organe
Die Ärzte, die Nastases Schusswunden in der Halsgegend operierten, gaben an, dass die Kugel, die beim Schuss wieder ausgetreten war, lebenswichtige Organe knapp verfehlte und dass der Ex-Premier offenbar mit den Narben davonkommen werde.

Der 62-jährige Nastase war am Mittwoch vom Obersten Gerichtshof (OGH) zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden - in Rumänien das erste Korruptionsverfahren nach der demokratischen Wende 1989 mit einem derartigen rechtskräftigen Urteil.

Im Jahr 2004 hatte Nastase seinen Einfluss als damaliger Premier dazu eingesetzt, die illegale Beschaffung von Finanzmitteln für seine Präsidentschafts-Wahlkampagne mit der Komplizenschaft der damaligen Leiterin des Bauinspektorats als Seminar für Baufirmen zu tarnen. Die so eingenommenen Gebühren in Höhe von 1,6 Millionen Euro wurden dann der Firma zugespielt, die Nastase mit der Herstellung seiner Werbeprodukte beauftragt hatte.