Admira nimmt Bullen auf die Hörner: Schlusslicht gewinnt bei Red Bull Salzburg

Auch Austria gibt mit Remis vs. Pasching Punkte ab GAK verliert gegen Tirol, kein Sieger im Burgenland

Für die Bundesliga-Spitzenteams verlief die 26. Runde enttäuschend. Salzburg musste sich daheim gegen Tabellenschlusslicht Admira mit 0:1 geschlagen geben, die Austria konnte dadurch ihre Tabellenführung trotz eines mageren 1:1 zu Hause gegen Pasching sogar ausbauen. Sturm erreichte bei Mattersburg ein 1:1, Tirol gewann beim GAK 1:0. Heute wird die Runde mit dem Spiel Ried gegen Rapid abgeschlossen, ab 15.30 Uhr sind Sie auf networld.at LIVE dabei!

Schlusslicht Admira hat für die große Sensation gesorgt und den zweiten Sieg im zweiten Spiel in diesem Jahr eingefahren. Die Südstädter bezwangen Red Bull Salzburg in Wals-Siezenheim nach einem Tor von Rolf Landerl mit 1:0. Für den Titelkandidaten war es nach dem bitteren 0:4 gegen Sturm Graz die zweite schwere Pleite in Folge.

Obwohl Salzburg-Trainer Kurt Jara seine Spieler eindringlich vor Admira gewarnt und nach dem 0:4 bei Sturm auch die Mannschaft an einigen Positionen umgebaut hatte - Kapitän Schopp saß nur auf der Bank -, präsentierten sich seine Schützlinge ähnlich planlos wie in Graz. Von den Mittelfeldakteuren Rene Aufhauser und Andreas Ivanschitz kamen nur wenige Ideen, meist waren es nur Einzelaktionen, die das Tor von Thomas Mandl, einem der Besten auf Seiten der Gäste, gefährdeten.

Fußball-Weltenbummler Landerl hätte die Admira schon in der 13. Minute in Führung schießen können, schob den Ball allein vor Manninger aber am Tor vorbei. Glück hatten die Hausherren auch nach einem Foul des Ungarn Bodnar im Strafraum an Bjelica, das Schiedsrichter Gangl nicht ahndete (33.).

Die verdiente Führung für die Niederösterreicher fiel in der 57. Minute nach einer Flanke von Christian Thonhofer. Landerl war eher als Manninger zur Stelle und drückte den Ball per Kopf über die Linie zu seinem ersten Bundesliga-Tor überhaupt. Nach dem Gegentreffer funktionierte bei den Gastgebern dann noch weniger als zuvor. Meist wurde Zickler mit hohen Pässen gesucht, der Deutsche hatte auch die größte Chance auf den Ausgleich am Fuß (71.).

Austria gibt Punkte ab
Mit einem blauen Auge davongekommen sind die "Veilchen". Der FK Austria Magna und der FC Superfund Pasching trennten sich 1:1 (0:1), der Ungar Peter Kabat im Pasching-Dress schoss nicht nur das erste Bundesliga-Tor der Oberösterreicher im Frühjahr, sondern sorgte auch dafür, dass die Torsperre von Austria-Tormann Joey Didulica nach 874 Minuten gebrochen wurde.

Für die nun schon seit zehn Spielen ungeschlagenen Wiener traf Filip Sebo in der 64. Minute. Die Austria (48 Punkte) baute nach der Salzburg-Niederlage die Tabellenführung bei einem Spiel weniger auf vier Punkte aus.

Die Wiener waren mit drei Veränderungen gegenüber dem 3:0-Derbysieg gegen Rapid in der Vorwoche ins Spiel gestartet. Für den gesperrten Linz agierte Rushfeldt im Angriff, unterstützt wurde er vom erstmals von Beginn an eingesetzten Neuzugang Wallner. Derby-Torschütze Dos Santos saß auf der Bank, der Niederländer Hill lief nach Verletzungen von Antonsson und Radomski in der Innenverteidigung auf. Constantini vertraute bei seinem Bundesliga-Debüt als Pasching-Trainer exakt auf jene Formation, die schon beim 3:1-Cupsieg über den GAK am vergangenen Dienstag erfolgreich war.

Als schon alle mit einem 0:0 zur Pause rechneten, schlug Pasching noch zu. Kabat versenkte einen Freistoß aus 25 Metern (43.), die Torsperre des chancenlosen Didulica war beendet. Das bisher letzte Tor hatte der Kroate bei der 0:2-Derby-Niederlage am 22. Oktober 2005 kassiert. Schon zwei Minuten vor dem Treffer hatten die Paschinger per Freistoß ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt, Ketelaer nur die Stange getroffen (37.).

Für die in den ersten 45 Minuten enttäuschenden Violetten vergaben Ceh (31., Schicklgruber nach Wallner-Pass schneller am Ball) und Papac (36., wurde nach Rushfeldt-Zuspiel von Baur abgedrängt) die wenigen Möglichkeiten.

Nach dem Seitenwechsel wurde der bis dahin ungefährliche Wallner nach 62 Minuten für Sionko ausgewechselt, Sebo in den Sturm vorgezogen. Der Slowake, der zu Austrias Besten an diesem Tag zählte, dankte es seinem Trainer mit dem Ausgleich. Rushfeldt spielte in den Lauf von Sebo, der ließ Schicklgruber keine Chance - 1:1 (64.). In der Nachspielzeit vergab Vachousek noch die Chance auf den Sieg, sein Kopfball aus vier Metern landete an der Außenstange statt im Tor (91.).

Heimserie gerissen
Der GAK hat die erste Heimniederlage seit 28. November 2004 kassiert, die Grazer mussten sich in der UPC-Arena Wacker Tirol 0:1 (0:0) geschlagen geben. Nach 20 Heimpartien ohne Niederlage (15 Siege, fünf Remis) beendete ein Treffer von Hattenberger (50.) die imposante Heimserie des Vizemeisters.

Im November 2004 hatte Pasching 2:1 in Graz triumphiert. Gleichzeitig war es für GAK-Coach Lars Söndergaard die erste Pleite seiner Ära. Die Grazer, derzeit Tabellendritter, mussten im Kampf um die Plätze zwei und drei einen herben Rückschlag hinnehmen, Rapid könnte die Steirer am Sonntag mit einem Sieg in Ried überholen. Die Tiroler jubelten hingegen über den dritten Auswärtserfolg der Saison. Den zweiten in Graz, denn am 3. Dezember 2005 hatte man gegen Sturm 3:2 die Oberhand behalten.

Für Mattersburg wird es wieder eng
Dem SV Mattersburg sitzt das Abstiegsgespenst im Nacken. Die Burgenländer mussten sich am Samstag in der 26. Runde vor eigenem Publikum gegen Sturm Graz mit einem 1:1 (0:0) zufrieden geben und haben damit nur noch acht Punkte Vorsprung auf die wiedererstarkte Admira, die zudem ein Spiel weniger ausgetragen hat.

Allerdings waren die Mattersburger dem Sieg näher, denn vor allem in der zweiten Hälfte hatten die Gastgeber deutlich mehr vom Spiel. Schon vor dem Seitenwechsel war die Lederer-Truppe dem Führungstreffer nahe, als Naumoski in der 16. Runde allein auf Szamotulski zulief. Der Sturm-Goalie wehrte den Heber rund zwei Meter außerhalb des Strafraums mit der Hand ab, was aber Schiedsrichter Drabek übersah und damit zunächst Sturm eine numerische Schwächung ersparte.

Die Grazer wurden erst gegen Ende der ersten Hälfte gefährlich, als ein Seitenfallzieher von Rabihou nur knapp das Ziel verfehlte (38.) und Leitgeb allein vor Borenitsch nur die Stange traf.

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Mattersburger endgültig das Heft in die Hand, hatten aber bei Chancen von Naumoski (48.), Kühbauer (51.) und Atan (62.) Pech. Die Steirer wiederum schafften aus ihrer ersten gelungenen Aktion in der zweiten Hälfte den Führungstreffer: Salmutter spielte Leitgeb frei und dessen Vorlage musste Rabihou nur noch ins leere Tor befördern (67.). Schon acht Minuten später gelang den Mattersburgern durch Thomas Wagner, der nach einem scharfen Schuss von Ratajczyk zur Stelle war, noch der Ausgleich und sorgte damit für den ersten Gegentreffer für Sturm in diesem Jahr. Kurz davor musste Salmutter mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche.

(apa/red)