Admira steht vor dem Abstieg: Mattersburg
behält im heißen Keller-Duell die Nerven

Hauchdünner 3:2-Sieg nach zweimaligem Rückstand Kantersieg von Ried beim GAK, Pasching - Tirol 1:1

Der Abstiegskampf in der Bundesliga ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entschieden. Der SV Mattersburg feierte im "Kellerderby" vor 14.200 Zuschauern im Pappel-Stadion nach zweimaligem Rückstand gegen die Admira noch einen 3:2-Erfolg und liegen damit drei Runden vor Schluss neun Punkte vor den Südstädtern.

Dabei erhielten die Hoffnungen der Mattersburger, den Abstiegskampf vorzeitig zu beenden, schon in der 3. Minute einen gehörigen Dämpfer. Michael Wagner zog aus rund 20 Metern ab, Borenitsch konnte nur kurz abklatschen und Vishaj staubte zum 1:0 für die stark ersatzgeschwächten Südstädter (sechs gesperrte und vier verletzte Spieler) ab.

Die Burgenländer brauchten in einer emotional geführten Partie lange, um diesen Schock zu verdauen, und wurden zunächst nur durch Mörz (10./drüber) und Naumoski (17./Schuss abgeblockt) halbwegs gefährlich. In der 33. Minute gelang aber aus der ersten gelungenen Aktion der Ausgleich, als Kühbauer den Mazedonier Naumoski bediente und der Stürmer Admira-Goalie Mandl keine Chance ließ.

In der Folge schienen die Mattersburger die Partie in den Griff zu bekommen, doch die Admira schlug kurz vor der Pause noch einmal zu. Nach einer Freistoß-Flanke behinderten einander Borenitsch und Patocka gegenseitig und Hoffer musste nur noch ins leere Tor einköpfeln (44.).

Erst nach der Pause legten die Burgenländer ihre - nach den jüngsten Erfolgen überraschende - Unsicherheit ab und schnürten die Niederösterreicher in deren Hälfte ein. Das umjubelte 2:2 resultierte aus einem von Mörz verwandelten Elfer in der 60. Minute, nachdem Landerl Thomas Wagner zu Fall gebracht hatte.

Die Mattersburger setzten nach und hatten zunächst bei einem Lattenschuss von Naumoski (62.) Pech, fünf Minuten später aber machte es der Mazedonier besser und stellte nach einer abgefälschten Mörz-Flanke aus rund sieben Metern auf 3:2.

Die beherzt kämpfenden Admiraner, die alle vier Saisonduelle mit den Burgenländern verloren haben, vermochten danach nicht mehr zuzusetzen und kamen in der zweiten Hälfte zu keiner echten Torchance mehr.

Kantersieg von Ried beim GAK - Söndergaard wackelt
Ex-Meister GAK ist nicht nur finanziell angeschlagen sondern auch sportlich weiter im Tief. Mit dem 1:4 gegen Ried kassierten die Grazer nach katastrophalen Abwehrfehlern die bereits vierte Heimniederlage im Frühjahr und bleiben in der Tabelle Sechster. Sportdirektor Peter Svetits stellte danach sogar GAK-Trainer Lars Söndergaard in Frage.

Die Rieder feierten hingegen nach drei Spielen ohne Torerfolg auch ohne den gesperrten Goalgetter Sanel Kuljic ihren 100. Bundesliga-Sieg gleich mit dem höchsten Saison-Auswärtstriumph. Und sie festigten Platz vier in der Tabelle sowie ihre Chancen im Kampf um einen Platz im UI-Cup.

Die Oberösterreicher überraschten die junge GAK-Truppe mit zwei frühen Kastner-Toren innerhalb von nur 45 Sekunden (5./Heber und 6.) und machten mit zwei weiteren Treffern innerhalb weniger Minuten vor und nach der Pause frühzeitig alles klar. Bei allen Treffern patzte aber speziell die GAK-Defensive eklatant.

Den Grazer gelang nach dem raschen 0:2-Schock zwar schnell der Anschlusstreffer durch ein schönes Kopftor durch Junuzovic (10.), nach einer starken Phase der Hausherren besiegelten zwei weitere Individualfehler aber den endgültigen Untergang der Steirer.

Vor allem die GAK-Defensive zeigte sich bei allen vier Toren außer Rand und Band. So erzielte Michalik in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer Drechsel-Freistoß per Kopf das 1:3 (45.), nur zweieinhalb Minuten nach Wiederbeginn erzielte Prenner nach einem Lechner-Fehler sogar das 1:4.

Damit war die Luft bei den Grazern draußen. Erst im Finish rafften sie sich wieder auf, da machte aber vor allem Ried-Tormann Hans-Peter Berger mit guten Saves gegen Hassler, Schenk und Bleidelis gute Chancen zunichte. Junuzovic traf aus 23 Metern nur die Querlatte. Am Ende wurde auch noch der GAK-Spieler Lienhart nach Kritik am Schiri-Assistenten ausgeschlossen (91.)

Pasching und Tirol trennen sich 1:1
Wacker Tirol bleibt der Angstgegner von Superfund Pasching. Die Oberösterreicher kamen gegen die Innsbrucker nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus, und verpassten damit die Chance, ihren dritten Platz in der Tabelle zu festigen. Die Tiroler haben mit dem Remis den Klassenerhalt so gut wie in der Tasche, drei Runden vor Saisonende liegen sie bei weit besserer Tordifferenz neun Punkte vor Admira.

Nur zwei magere Zähler sammelten die Paschinger in den vier Saisonduellen mit Wacker Tirol, das den Oberösterreichern Anfang März auch ihre bisher letzte Niederlage in der Bundesliga zugefügt hatte. Auch am Samstag waren die Hausherren nicht im Stande, gegen die Innsbrucker einen vollen Erfolg einzufahren.

Schon mit ihrer ersten gelungenen Offensivaktion gingen die Gäste aus Tirol in Führung. Andreas Hölzl, der trotz seiner beim Admira-Nachspiel erlittenen Ellbogenverletzung in der Startelf stand, schloss einen sehenswerten Konter über fünf Stationen ab, und traf nach Zuspiel von Sturmpartner Vaclav Kolousek aus wenigen Metern zum 1:0 (14.).

Die Führung währte allerdings nur sechs Minuten, nachdem die immer stärker werdenden Paschinger, die auf ihre Offensivkräfte Sariyar und Kabat verzichten mussten, durch Chiquinho zum verdienten Ausgleich kamen. Der Brasilianer reagierte bei einem Gestocher im Strafraum am schnellsten und bugsierte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Beide Teams boten einander in Folge einen temporeichen Schlagabtausch, doch viele Chancen waren den 3.650 Zuschauern im Waldstadion nicht vergönnt.

Thomas Pichlmann (39./86.) auf Seiten der Gastgeber sowie Marcel Schreter (43.) und erneut Torschütze Hölzl (84.) fanden die einzigen Tor-Möglichkeiten nach den beiden Treffern in der Anfangsphase der Partie vor. Bei Pichlmanns Kopfball vier Minuten vor Schluss rettete Kolousek auf der Linie.

Der Vorsprung von Pasching auf Lokalrivale Ried im Kampf um den dritten Platz in der Tabelle, der einen internationalen Startplatz garantiert, schmolz nach dem 1:1 auf vier Punkte. Wacker brachte der Punkt hingegen den Klassenerhalt, der nur noch theoretisch in Gefahr geraten könnte.

(apa/red)