"Adler" kreisten zuletzt unrund: Benficas Coach Santos warnt vor Quali-Gegner Austria

Portugiesen studierten Favoritner ganz genau Star-Duos mit Petit und Rui Costa behindern einander

Benfica Lissabon gilt gegen Austria Magna als Favorit für den Aufstieg in die Fußball-Champions League. Aber Fernando Santos, der neue Trainer der Portugiesen, warnt davor, die Wiener auf die leichte Schulter zu nehmen. "Alle Vereine wollen in dieser Phase in die lukrative Gruppen-Phase kommen, da ist es gegen jeden Gegner schwierig. Wir müssen sehr vorsichtig sein", sagte der 51-jährige Portugiese, der heuer gemeinsam mit Konstantinos Katsouranis von AEK Athen gekommen ist und den Niederländer Ronald Koeman abgelöst hat.

Austria werde alles unternehmen, um das letzte Hindernis, das sie von der Millionen-Liga trennt, ebenfalls zu überwinden. Santos hatte kein Wunschlos, kannte die Violetten auch nicht näher und ließ sie daher im Heimspiel gegen Red Bull Salzburg (1:1) und in Innsbruck gegen Wacker Tirol (1:1) genau studieren. Die Infos ändern jedoch nichts an seinen Erwartungen: "Wir haben nur ein Ziel, das ist der Aufstieg", verkündete Santos, der nach dem enttäuschenden dritten Liga-Rang in der vorigen Saison hinter FC Porto und dem Stadtrivalen Sporting zum Weiterkommen quasi verurteilt ist.

Doch seine "Aguias" (Adler), die erst wieder am 27. August Meisterschaft spielen, in Wien landeten und im Hotel Hilton am Stadtpark Quartier bezogen, kreisten zuletzt unrund, noch nicht so wie er sich das vorgestellt hatte. In sieben Testspielen vier Niederlagen, davon zuletzt drei in Serie mit 1:7 Toren (0:3 Sporting, 0:1 Deportivo La Coruna, 1:3 AEK Athen), sprechen einen deutliche Sprache. Daher plant der Feldherr, sein bevorzugtes 4-4-2-System zu den Akten zu legen und in Wien zur alten 4-2-3-1- oder zu 4-3-3-Taktik zurückkehren. Schuld für den Sinneswandel ist vor allem die Raute, die im Mittelfeld nicht passt.

Star-Duos behindern einander
Die Spieler vermochten sich mit ihren Positionen nicht zu identifizieren. Petit und Katsouranis sind in der Defensive ebenso ähnliche Spielertypen wie in der zentralen Offensive Rui Costa und Karagounis. Die zwei Duos behindern einander gegenseitig mehr als sie einander ergänzen. Die Flügel sind meist verwaist, daher mussten die Verteidiger Nelson bzw. Leo doppelt arbeiten. Dadurch leidet jedoch wiederum die Abwehr, das Benfica-Prunkstück ließ zuletzt ungewohnt viele Unsicherheiten erkennen.

Die Vierer-Kette mit Nelson, Luisao, Anderson/Ricardo Rocha, Leo war vorige Saison, als Titelverteidiger FC Liverpool im CL-Achtelfinale eliminiert wurde und man erst danach im späteren Triumphator Barcelona seinen Meister fand, eine eingespielte Einheit. Gegen AEK hat Austria-Spion Frenkie Schinkels in Athen freilich auch anderes gesehen. Im Mittelfeld dürfte sich ein Benfica-Problem durch die Taktik-Umstellung von selbst lösen, denn Petit und Katsouranis können nur gemeinsam in der Defensiv-Abteilung agieren.

Rui Costa nach Rückkehr gesetzt
Da der vom AC Milan zurückgekehrte Rui Costa als Regisseur gesetzt ist, sind die restlichen Posten mehr oder weniger noch fraglich. Auf den Seiten dürften Manu bzw. Paulo Jorge eingesetzt werden, von den Stürmern haben Nuno Gomes und Fonseca die besten Chancen, als Solo-Spitze nominiert zu werden.

Egal, welche Elf letztlich aufgeboten wird, Benfica bleibt gegen Austria heute Favorit. Auch ohne die verletzten Abwehrspieler Alcides, Leo sowie die Angreifer Miccoli (alle verletzt) und Simao, der anscheinend nun doch zum CF Valencia, der gegen Red Bull Salzburg ebenfalls um den Einzug in die Millionenliga kämpft, wechseln soll. Das Quartett scheint nicht im Wien-Kader von Santos auf.
(apa/red)