Adler im Aufwind: Befreiter "Swider" will auf der Großschanze den nächsten Coup

Andreas Widhölzl: "Möchte schon noch eine Medaille" PLUS: Alle Infos zum Triumph im Sprung-Teambewerb

Ein Weltmeister, der sich auf der großen Schanze viel wohler fühlt als auf dem Bakken, auf dem er Gold geholt hat. Eigentlich eine Gefahr für die Konkurrenz, oder? Andreas Widhölzl ist Einer, der gerne seine Flugqualitäten ausspielt, und das kann er eigentlich nur auf Großschanzen. Seinen einzigen Saisonsieg feierte er heuer auf der Flugschanze auf dem Kulm. Nach dem ersten WM-Training auf der Schattenberg-Schanze (HS 137) am Dienstagabend waren es daher weniger die besonderen Weiten, sondern einfach das Gefühl in der Luft, das Widhölzl froh machte.

"Ich bin zufrieden, wie es läuft. Die Goldmedaille hat mir sicher auch Selbstvertrauen gegeben", erklärte Widhölzl. Der 28-jährige Tiroler hat sich mit dem Weltmeistertitel wohl selbst von einer großen Last befreit, denn bei Großereignissen hatte es bisher nicht geklappt. "Ich kämpfe eigentlich schon lange, und die letzten Weltmeisterschaften oder Olympia waren sicher nicht nach meinem Geschmack." "Swider" war aus unterschiedlichen Gründen sowohl in Lahti 2001 als auch in Val di Fiemme 2003 vorzeitig vom WM-Schauplatz abgereist und fand auch bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City nie zu seiner Form.

In Oberstdorf hat er endlich sein erstes Gold geholt, ein Umstand, der ihm Flügel verleihen könnte. "Wir haben als Team gewonnen und es hat mir getaugt, dass die Mannschaft hinter mir gestanden ist", erinnert Widhölzl an die schlechten Trainingsergebnisse auf der HS100-Schanze. Nun hat er die besten Karten, sein Ziel, bei allen vier Bewerben dabei zu sein, auch zu erfüllen. Und sein Medaillenkonto weiter aufzustocken.

Sowohl Toni Innauer als auch u.a. Martin Schmitt haben Widhölzl auf der großen Schanze auf ihrer Rechnung. "Ich weiß, dass ich auf der großen Schanze sicher besser bin. Wenn es so ist wie auf der kleinen, dass Aufwind auch noch ist, dann bin ich sowieso stark", hofft der zweifache Familienvater. Jedenfalls könne er locker in den Bewerb hineingehen, weil er seine Medaille schon hat. "Aber ich möchte natürlich andere auch noch."

(apa/red)