Leben von

Ein Achterbahn-Freak
erzählt, was den Kick ausmacht

Er testet Achterbahnen aus Leidenschaft und verrät, welche sein Favorit ist

Interview mit Achterbahn-Junkie Tobias Wahl © Bild: Tobias Wahl

Tobias Wahl ist 29 Jahre alt und ein echter Achterbahn-Freak. Er fährt mit den wilden Gefährten seit er ein kleiner Junge ist. Im News-Interview spricht er über das Gefühl, wenn man mit 200 Stundenkilometer kopfüber in die Tiefe stürzt.

Was fasziniert Sie an Achterbahnen?
"Es gibt jedes Jahr viele verrückte und tolle neue Fahrgeschäfte, die einem das Adrenalin durch den Körper jagen. Gerade neue Achterbahn-Typen, wie der in den letzten Jahren aufkommende „Wing Coaster-Hype“, interessieren mich brennend. Man fiebert monate- manchmal sogar jahrelang der Eröffnung einer solchen Bahn entgegen. Wenn man das erste Mal in einem neuen Gefährt ingenieurstechnischer Meisterleistung Platz nimmt, den Duft des noch frischen Lacks riecht, guten Soundtrack hört und in die vor Angst erstarrten Gesichter seiner Mitfahrer blickt, treibt einem das den Puls in die Höhe und steigert Nervosität und Anspannung. Selbst nach mehreren hundert verschiedenen Fahrten auf tausenden von Kilometern Stahl und Holzschienen ist es für mich jedes Mal ein neuer, spannender Kick."

»Die vor Angst erstarrten Gesichter der Mitfahrer treibt einem den Puls in die Höhe«

Und was ist das für ein Gefühl?
"Einer der tollsten Momente auf einer Achterbahn ist die Airtime, also jener Moment, wenn man aus dem Sitz gerissen wird und sich für Sekunden schwerelos fühlt. Es ist der Moment, in dem der Mageninhalt versucht nochmal „hallo“ zu sagen – wenn auch bei mir das Unwohlsein eher ausbleibt – und die Endorphine durch den Körper gejagt werden."

Interview mit Achterbahn-Junkie Tobias Wahl
© Tobias Wahl

Haben Sie eine Lieblings-Achterbahn?
Einer meiner Lieblings-Coaster ist „Maverick“ im amerikanischen Freizeitpark Cedar Point in Sandusky, Ohio. Der Park hat einen speziellen Charme, da er auf einer Halbinsel liegt und zum Großteil aus Achterbahnen besteht. „Maverick“ ist eher unscheinbar. Schnelle Kurvenwechsel, Airtime und hohe G-Kräfte verpackt in eine Westernatmosphäre machen die Bahnfahrt dennoch zu einem aufregenden Spektakel. Es fasziniert mich immer wieder auf diesem „wilden Hengst” Platz zu nehmen. Bei der Fahrt den Lifthügel hoch auf den See zu blicken, und im nächsten Moment mit über 90 Grad Gefälle in den wilden Ritt einzusteigen. Und dann der Punkt an dem viele glauben, die Fahrt ist vorbei, um noch einmal durchzustarten.

»Dass einmal etwas passiert, ist die Ausnahme«

Haben Sie nie Angst?
Nein. Rein statistisch gesehen ist die Fahrt vom Freizeitpark hin und zurück gefährlicher als die Fahrt mit der Achterbahn. Dass einmal etwas passiert, ist die Ausnahme. Oftmals ist aber der Mensch und nicht die Maschine schuld. Wer den Sicherheitsanweisungen Folge leistet,und vor allem nicht mit dem Ride-Operator über zwei fehlende Zentimeter Größe diskutiert, wird sicherlich mehr Spaß als Gefahr auf einer Achterbahn erleben.

Erinnern Sie sich noch an die erste Fahrt?
Ich werde nie die Fahrten als Teenager mit „Leathal Weapon Pursuit“ in der Warner Bros. Movie World (heute Movie Park Germany) vergessen. Die Bahn wurde später vom neuen Besitzer unter dem Namen „Cop Car Chase“ nur wenige Jahre fortgeführt und später sogar abgerissen. Das schmerzt heute noch. An der Bahn hängen meine Erinnerungen, wie bei anderen am ersten Auto oder dem ersten Urlaub.

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