Achtelfinale als Ziel: ÖFB-U20-Teamkicker hoben Richtung WM-Schauplatz Kanada ab

1. Gruppenspiele von Hoffer & Co. am 2. und 5. Juli Gludovatz: Qualitäts-"Knick nach 10 bis 12 Spielern"

Achtelfinale als Ziel: ÖFB-U20-Teamkicker hoben Richtung WM-Schauplatz Kanada ab

Die Vorbereitungen des österreichischen Fußball-U20-Nationalteams auf die Nachwuchs-WM vom 30. Juni bis 22. Juli in Kanada gehen in die heiße Phase. Die 21 Spieler und das Betreuerteam bestiegen den Flieger Richtung Übersee, die Reise führte Erwin Hoffer und Co. über Toronto nach Edmonton, wo am 2. und 5. Juli die ersten beiden Gruppenspiele der ÖFB-Auswahl gegen Kongo und Kanada auf dem Programm stehen.

Abgeschlossen wird die Gruppenphase für die Österreicher am 8. Juli in Toronto gegen Chile, danach steht auch fest, ob es die ÖFB-Truppe als eine der zwei besten Mannschaften in Pool A oder als einer der vier besten Gruppen-Dritten in die Runde der letzten 16 geschafft hat. Das ÖFB-Team hatte im Gegensatz zu großen Fußball-Nationen wie Deutschland, Italien, Frankreich oder England die Qualifikation aufgrund des Semifinal-Einzugs bei der U19-EM 2006 in Polen geschafft.

ÖFB-Präsident Friedrich Stickler ließ es sich nicht nehmen, den Schützlingen von Teamchef Paul Gludovatz unmittelbar vor dem Abflug noch einmal Mut zuzusprechen. "Ich wünsche ihnen die Fortsetzung der guten Leistungen in den vergangenen Jahren und den Einzug ins Achtelfinale. Dann ist vieles möglich." Im Hinblick auf die EURO 2008 hofft Stickler auf ein erfolgreiches Abschneiden in Kanada und danach bei der U19-Heim-EM in Oberösterreich. "Es wäre nicht schlecht für die Stimmung im Land, wenn sich die Nachwuchs-Teams gut präsentieren."

Spiele vor 60.000 Zuschauern
Der Lotterien-Boss wies auch darauf hin, dass bei der bisher einzigen U20-WM-Teilnahme einer ÖFB-Mannschaft (Anm.: 1983 in Mexiko u.a. mit Toni Polster) die jetzigen Kadermitglieder noch gar nicht auf der Welt waren. "Und sie werden in Edmonton vor 60.000 Zuschauern spielen, das ist eine Kulisse, die wir in Österreich gar nicht bieten können."

Der Technische ÖFB-Direktor Willi Ruttensteiner, der am Samstag gemeinsam mit Hickersberger-Assistent Andreas Herzog nach Edmonton nachreisen wird, traut der Mannschaft zu, mit diesem Druck umgehen zu können. "Dieser Jahrgang und der darunter haben tolle Spieler. Ich bin überzeugt, dass sie in Kanada eine gute Leistung bringen werden. Der Einzug ins Achtelfinale wäre wunderschön."

Hoffen auf "das Quäntchen Glück"
U20-Teamchef Paul Gludovatz war wieder einmal bemüht, allzu hohe Erwartungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Er leiste zusammen mit seinen Mitarbeitern und den Spielern "akribische Arbeit", schätze jedoch die Situation realistisch ein. "Wir brauchen in engen Spielen das Quäntchen Glück, um ins Achtelfinale zu kommen."

Im Gegensatz zu früheren Nachwuchs-Mannschaften verfügt das aktuelle U20-Team laut Gludovatz über eine höhere Anzahl von Klassespielern. Früher hätten oft nur sechs, sieben Spieler mit der Spitze mithalten können, "jetzt kommt der Knick nach zehn bis zwölf Spielern, was die Qualität betrifft". Wer von seinem 21-Mann-Kader nicht über die nötige WM-Reife verfügt, wollte der Coach aber nicht verraten.

Gruppen-Gegner durchwegs stark
Sein Assistent Gerhard Schweitzer hat sich bereits intensiv mit den Gegnern beschäftigt. So beobachtete der Ex-Ried-Coach die Kongolesen Anfang Juni bei zwei Testspielen in Prag gegen die ebenfalls für die WM qualifizierten Tschechen und zeigte sich von der Qualität des Kontrahenten beeindruckt, auch wenn die Afrikaner ein 0:0 erreichten und die zweite Partie 1:2 verloren. "Sie beherrschen das typische Kurzpassspiel und sind technisch perfekt. Außerdem haben sie uns mit bei afrikanischen Mannschaften nicht gekannter Aggression überrascht."

Chile zählt laut Schweitzer zu den Turnier-Geheimfavoriten, Kanada hat neben vielen in Europa engagierten Spielern auch den Bonus des Heimvorteils. "Aber wir haben mit dieser Mannschaft schon vor einem Jahr bei der U19-EM gegen den Gastgeber Polen 1:0 gewonnen." (apa/red)