"Abu" von Schönbrunn nach Deutschland: Elefant mit seiner Mutter in größeres Gehege

Wegen großer Hitze war Nachttransport notwendig

"Der Standort in Sachsen-Anhalt hat sich kurzfristig ergeben, der Transport ist wie am Schnürchen gelaufen und war für die Tiere kein Stress", so Pechlaner. Eine "Wurschtigkeitsspritze" sorgte für die nötige Gelassenheit der Dickhäuter, die auf der zwölfstündigen Fahrt regelmäßig zu trinken bekommen haben. "Es war schon sehr beeindruckend, Abu ist von ganz allein, nur durch Zuruf, in den Container gestiegen."

Wegen der großen Hitze hatte man sich für einen Nachttransport entschieden. Nach 700 Kilometer Fahrt ist der Konvoi am Donnerstag knapp vor 11.00 Uhr in Halle a. d. Saale eingetroffen. Eigentlich sollte "Abu" als Zuchtbulle neben "Pambo" in Schönbrunn bleiben. Das war allerdings auf Grund des neuen Österreichische Tierschutzgesetz, das seit eineinhalb Jahren in Kraft ist, nicht mehr zulässig: Die Bullenanlage entspricht nämlich von der Größe her nur den Bedürfnissen eines einzigen Tieres.

Traurige Schlagzeilen machte "Abu" im Februar des vergangenen Jahres, als der erste in Schönbrunn geborene Afrikanische Elefant einen Pfleger erdrückte. Der tragische Unfall hatte sich an einem Sonntagvormittag im Rahmen der "Morgenroutine" im Elefantengehege des Tiergartens ereignet. Ein Pfleger wurde beim Duschen der Tiere von dem Jungelefanten tödlich verletzt.

Im neuen Gehege in Deutschland haben die beiden Elefanten genügend Platz, der Bau der Anlage wurde erst vor wenigen Tagen abgeschlossen. Der mittlerweile 1,8 Tonnen schwere "Abu" wird erst in etwa drei Jahren geschlechtsreif und kann dahin problemlos mit seiner Mutter "Sabi", die drei Tonnen auf die Waage bringt, zusammenleben. Der in Schönbrunn verbleibende Bulle "Pambo" kann nun die Freianlage wieder für sich allein benützen und wird vielleicht schon bald gemeinsam mit den Elefanten-Kühen in der großen Freianlage zu sehen sein.

Trotz der großen Distanz wollen die Pfleger aus Schönbrunn regelmäßigen Kontakt zu ihren riesigen Schützlingen pflegen. Das sprichwörtliche Elefantengedächtnis der beiden Dickhäuter wird daran maßgeblichen Anteil haben. Pechlaner: "Sie erkennen die Pfleger auch noch, wenn die sie fünf Jahre nicht besucht haben."
(apa)