Abstimmung in der Schweiz von

Büro statt Liegestuhl

Eidgenossen sprechen sich gegen Verlängerung des Mindesturlaubs aus

Abstimmung in der Schweiz - Büro statt Liegestuhl © Bild: APA/EPA

Einen wahren Abstimmungsmarathon haben die Schweizer am Sonntag absolviert. Unter anderem haben sich die Eidgenossen mit großer Mehrheit gegen eine Verlängerung des Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen ausgesprochen. Arbeitgeber und bürgerliche Parteien feiern das Volks-Nein zur Ferieninitiative als "weitsichtigen" Entscheid.

Die unterlegenen Gewerkschaften wollen die Arbeitgeber nun bei Verhandlungen über Gesamtarbeitsverträge an die Versprechen erinnern, die sie während der Abstimmungskampagne abgaben. Etwa, dass es Sache der Sozialpartner sei, für mehr Erholungszeit zu sorgen.

Große Überraschung am Sonntag war das knappe Ja der Schweizer zur Initiative über den Zweitwohnungsbau. Die Vorlage will dem überbordenden Bau von Chalets und Ferienwohnungen in den Bergen einen Riegel vorschieben. Angenommen wurde sie nur hauchdünn, berichten die Schweizer Medien.

Die "Volksinitiative für ein steuerlich begünstigtes Bausparen zum Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum" wurde von den Stimmbürgern mit fast 56% Nein-Anteil verworfen. Abgelehnt haben die Stimmbürger zudem die Wiedereinführung der Buchpreisbindung.

Glücksspiel-Initiative verworfen
Keine Chance hatte die letzte nationale Vorlage am Abstimmungssonntag. Das Referendum gegen den Bundesbeschluss über die Widmung von Glücksspiel-Gewinnen zugunsten gemeinnütziger Zwecke wurde von 87 Prozent der Stimmbürger verworfen. Beinahe alle Parteien vertreten dieselbe Meinung.