Absprachen zu Gunsten kleiner Klubs: Neue Teams in italienischen Skandal verwickelt

Staatsanwalt ermittelt gegen sechs weitere Vereine Prozess gegen Juve, Milan & Co startet Donnerstag

Der Staatsanwalt des italienischen Fußballverbands, Borrelli, startet mit einem zweiten Teil der Untersuchung zum Manipulationsskandal, der seit Wochen Italien in Atem hält. Diesmal geht es um Absprachen zu Gunsten kleinerer Klubs, die bisher nicht in den Sumpf des Skandals geraten waren. Verdächtigt werden die Erstligisten AC Siena, Reggina Calcio, FC Messina, US Lecce, US Empoli und AC Arezzo.

Ihre Lage soll in den nächsten Tagen überprüft werden, mehrere Befragungen sind geplant. Borrelli, der vom Fußballverband mit der Klärung des Skandals beauftragt wurde, will auch die Bilanzbücher des italienischen Fußballverbands überprüfen. Er schließt nicht aus, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei.

Inzwischen bereiten sich vier italienische Erstligisten auf eine entscheidende Woche vor. In einem Gerichtssaal in der Nähe des römischen Olympia-Stadions beginnt am Donnerstag der Prozess gegen Juventus Turin, Lazio Rom, AC Milan und AC Fiorentina, denen Absprachen mit den Schiedsrichtern vorgeworfen werden. Vor Gericht werden 30 Personen stehen, darunter der Ex-Sportdirektor von Juventus Turin, Luciano Moggi, der als Drahtzieher des Skandals gilt.

Moggis Rechtsanwalt Fulvio Gianaria will vor dem Sportgericht die Gültigkeit der abgehörten Telefongespräche anfechten, auf die sich ein Großteil der Vorwürfe gegen seinen Mandanten stützen. Moggi wird eine systematische Manipulation der Fußball-Meisterschaft 2004/2005 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters vorgeworfen. Vor allem mit Hilfe korrupter Schiedsrichter soll der 68-Jährige die Liga beeinflusst haben. Moggi hat unmittelbar nach dem Gewinn des "Scudetto" seinen Rücktritt erklärt.

(apa/red)