Absichtserklärung schon unterzeichnet: OMV angelt sich Erdgasprojekt im Iran

Bau von Verflüssigungsanlage, Beteiligung an Gasfeld Ergebnisse der Gespräche in 2. Hälfte 2007 erwartet

Die OMV will künftig die riesigen iranischen Erdgasreserven im Persischen Golf anzapfen: Der börsenotierte Öl- und Gaskonzern hat mit der National Iranian Oil Company (NIOC) eine Absichtserklärung ("Heads of Agreement") unterzeichnet. Dabei gehe es um mögliche Beteiligungen an der Entwicklung von Teilen des South Pars Gasfelds im Persischen Golf, einer Verflüssigungsanlage für Flüssig-Erdgas (Liquefied Natural Gas - Iran LNG) sowie Bezugsverträge für Flüssig-Erdgas, teilte die OMV in einer Aussendung mit.

Das Projekt wäre das erste Erdgasprojekt der OMV im Iran, sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer auf Anfrage der APA. Bisher ist die OMV im Iran in einem Onshore-Erdölprojekt tätig. Über die weiteren Gespräche des Iran-Projekts wurde Stillschweigen vereinbart. Konkrete Ergebnisse werden erst für die zweite Hälfte des Jahres 2007 erwartet, so das Unternehmen am Samstag in einer Aussendung. Angaben zum finanziellen Umfang des Projekts wurden nicht gemacht.

Das Erdgasprojekt im Iran steht im Zusammenhang mit dem Flüssig-Erdgas-Terminalprojekt in Kroatien: Die OMV bereitet im Rahmen eines Konsortiums den Bau eines Flüssiggas-Terminals auf der kroatischen Insel Krk vor, in den in den nächsten Jahren bis zu 700 Mio. Euro investiert werden sollen. "Vor dem Hintergrund des geplanten Regasifizierungsterminals für LNG (Flüssig-Erdgas) in Kroatien würde ein derartiges integriertes Projekt von zwei OMV Geschäftsbereichen (Exploration und Produktion sowie Erdgas) im Iran Sinn machen", betont die OMV heute.

Der Flüssiggas-Terminal in Kroatien soll nach heutiger Planung 2011/2012 in Betrieb gehen, so das Unternehmen. Als eine mögliche Bezugsquelle biete sich unter anderem der Iran mit seinen großen Gasreserven an. Das iranische South Pars Gasfeld und das North Field in Katar ist das größte bekannte Gasfeld der Welt.

Die LNG-Technologie stellt eine Alternative zum Transport via Pipeline dar. Dabei werden große Gasmengen bei minus 160 Grad Celsius verflüssigt, damit auf ein Sechshundertstel ihres ursprünglichen Volumens "geschrumpft", per Schiff transportiert und in speziellen Anlagen am Bestimmungshafen wieder in Gas verwandelt ("Regasifizierung"). Angesichts steigender Energiepreise wird laut Branchenexperten die Verflüssigung von Gas zum Transport via Schiff immer attraktiver.

Die OMV ist bereits in einem Onshore-Erdölprojekt im Iran engagiert. Im April 2001 unterzeichnete die OMV ein Abkommen mit der National Iranian Oil Company (NIOC) über Explorationstätigkeit in der westiranischen Region Zagros. Im Februar 2007 wurde die Wirtschaftlichkeit des Feldes von der NIOC bestätigt. Nunmehr wird ein Plan für die Feld-Entwicklung erarbeitet. (apa/red)