Abschied vom "King of Pop": Das Jahr, in
dem wir Michael Jackson verloren haben

25. Juni 2009: Michael Jackson ist von uns gegangen Fans trauern, die Familie auch: Was bleibt von Jacko?

Abschied vom "King of Pop": Das Jahr, in
dem wir Michael Jackson verloren haben © Bild: Reuters/Wermuth

Der 25. Juni 2009 hat die Welt nachhaltig verändert: Der "King of Pop", Michael Jackson, ist tot. Gestorben an einer Überdosis eines Narkosemittels. Für einen Augenblick schien die Welt still zu stehen: Fans rund um die Welt erstarrten in Trauer oder tanzten ein letztes Mal den Moonwalk zu Ehren ihres Idols. Doch das war nur der Anfang.

Was folgte, war beispiellos - am ehesten noch mit dem Ableben von Prinzessin Diana zu vergleichen. Wäre das Pop-Biz Kärnten, dann wäre "die Sonne vom Himmel gefallen". Eine Welle der Trauer ging um die Welt, überall krochen Jackson-Fans aus ihren Löchern.

Zynisch betrachtet starb Jackson aber auch zum "bestmöglichen" Zeitpunkt: Sein groß angekündigtes Comeback stand nur mehr Tage bevor, der Musiker war im Mittelpunkt des Interesses und wurde plötzlich aus dem Leben gerissen. Keiner war sich sicher, ob die Londoner Konzertreihe ein triumphaler Abschied oder doch der letzte Beweis dafür werden würde, dass Jacko am Ende war. Durch seinen vorzeitigen Tod wird das auch nie jemand erfahren: Jackson starb am Zenit.

Verdächtigungen und Emotionen
Schnell wurde Jacksons Leibarzt verdächtigt, den abhängigen "King of Pop" absichtlich eine Überdosis verabreicht zu haben. Tage nach seinem Tod wurde vor zehntausenden Menschen eine Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles abgehalten, die live auf allen Fernsehstationen übertragen wurde. Plötzlich standen Jacksons drei Kinder, die bis dahin kaum einer je gesehen hatte, im Zentrum der Aufmerksamkeit. Und doch rührte Paris, Michaels einzige Tochter, die Welt mit ihrem emotionalen Abschiedssatz "I love him so much" zu Tränen.

Frieden sollte der "King of Pop" damit aber nicht finden. Ein erbitterter Streit innerhalb der Jackson-Familie um die Beerdigungsmodalitäten verzögerte die Beisetzung um mehr als zwei Monate. Frieden wird Jackson ohnehin nicht so schnell finden: Der Vater, Joe Jackson, lässt sich öffentlich keine Emotion anmerken und verklagte seinen Sohn posthum auf Unterhalt. Und auch die Geschwister scheinen sich auf Kosten des toten Megastars profilieren zu wollen: Während LaToya jedem, der es wissen will, ihre Mordtheorien unter die Nase reibt, sieht sich Jermaine offenbar als offizieller Nachlassverwalter und kündigte erst ein gigantisches Gedenkkonzert in Wien an, bevor er es spektakulär wieder platzen ließ.

Millionen für Jackson
Währenddessen verdiente der tote Popstar mit dem Verkauf seiner alten Alben noch einmal Millionen. Denn plötzlich war die ganze Welt Fan von einem Mann, der in den letzten Jahren nur mehr mit kuriosen Geschichten und Kindesmissbrauchs-Prozessen Aufsehen erregte. Doch dafür wird uns Jackson nicht in Erinnerung bleiben: Michael Jackson hat die Welt musikalisch jahrzehntelang geprägt. Wir sollten uns an das Genie in ihm erinnern, nicht an den etwas kautzigen 50-Jährigen, der Zeit seines Lebens gern ein Kind gewesen wäre, es aber nie recht sein durfte.

(Agnes Sagmeister)